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Emotionale Dichte und abstrakte Schönheit

Mela Meierhans’ Vokalwerk 1999–2011

Leslie Leon

Die vorliegende Arbeit stellt einen wichtigen Schritt zur systematischen musikwissenschaftlichen Untersuchung von Werk und Arbeitsweise der Komponistin Mela Meierhans dar, deren Schaffen bisher weder erfasst noch erforscht wurde. Dreiundzwanzig Vokalwerke aus der Zeit zwischen 1999 bis 2011 stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Kombination von Werkanalyse und Zitaten aus zahlreichen Interviews mit der Komponistin selber und verschiedenen Experten ermöglicht einen differenzierten Blick auf das Werk und den biographischen Kontext.
Vielfältige, oft interdisziplinär angelegte Impulse aus Literatur, Bildender Kunst, Film, Tanz und Architektur prägen die Arbeit der international tätigen Künstlerin mit Schweizer Herkunft. Die Verbindung von «emotionaler Dichte und abstrakter Schönheit» stellt ein ästhetisches Ideal der Komponistin dar und beeinflusst Mela Meierhans’ gesamtes kompositorisches Schaffen.

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14. Schaffensphase I: 1989–2000

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Die erste Schaffensphase umfasst Mela Meierhans’ kompositorische Anfänge bis etwa 1999. Sie ist von der Suche nach einem eigenen Weg als Komponistin ge- kennzeichnet. Diese ersten zehn Jahre ihrer kompositorischen Tätigkeit bezeich- net Mela Meierhans als Zeit des Studiums. Sie experimentiert in verschiedene Richtungen. Generell ist das Werk in dieser frühesten Phase vor 1999 wesentlich heterogener als in den folgenden. Die Komponistin schreibt Solo-, Duo- und Kammerensemblestücke für bis zu sieben MusikerInnen, einige mit Tonband. Canthus to Canthus kann als musi- kalische Standortbestimmung am Ende der ersten Schaffensphase betrachtet wer- den, denn es vereint alle ihre wesentlichen Charakteristika. Mela Meierhans erweitert ihren künstlerischen Radius nicht nur durch die wachsende Größe der auftraggebenden Ensembles, sondern auch durch künstlerische Synergieeffekte. Denn die erste Schaffensphase ist gekennzeich- net durch interdisziplinäre Arbeiten mit KünstlerInnen verschiedener anderer Disziplinen. 1993/94 entsteht Almah für Streichquartett und Horn, das auf Le Corbusiers438 Wallfahrtskapelle Notre Dame du Haut in Ronchamp, Frank- reich, Bezug nimmt; es findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Architekten Matthias Kruppa statt. Das 1999 entstandene Canthus to Canthus zeugt von einem intensiven Austausch mit der Dichterin Anne Blonstein. Für das durch Live-Elektronik geprägte Enigma holt sich die Komponistin den Audiodesig- ner Volker Böhm439 an ihre Seite. Canthus to Canthus greift am Ende dieser ersten Schaffensphase den Topos des Klagemotivs auf, mit dem sich die Komponistin hier zum ersten Mal be- schäftigt und der in allen folgenden Schaffensphasen mehr oder weniger deutlich...

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