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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

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Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.

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Imaginierte Räume

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kalina mróz-Jabłecka (Universität Wrocław) Freuden-, Sehnsuchts-, Zufluchtsort. Zum Topos des gerühmten Ortes in der Dichtung des 17. Jahrhunderts an ausgewählten Beispielen Abstract: In der seit der Antike bekannten laus urbis- und laus ruris-Tradition wird der gerühmte Ort sowohl idealisiert als auch individualisiert. Außer Lob, das implizit an einen Herrscher bzw. ein Fürstenhaus gerichtet ist, weisen die Panegyrika auf einen durch das lyrische Ich definierten Raum, der unterschiedliche Funktionen bekommen kann. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges kam dem Begriff des Vaterlandes und der dichterischen Darstellung eines Zufluchtsortes eine besondere Bedeutung zu. Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Dichtung von Sibylla Schwarz (1621–1638), der Tochter eines Bürgermeisters in Greifswald, die mit ihren Geschwistern Zuflucht im Familiengut Fretow (Frätow) fand und es als „Freudenort“ in ihren Gedichten (z. B. Fretowische Fröligkeit, 1633) rühmte. Es wird die Funktion des gerühmten Ortes als ei- nes realen und zugleich imaginären – von der Dichterin selbst bestimmten – sowie auch ihre Lebenswelt bestimmenden Raumes untersucht. Der Kontrast zwischen der bela- gerten Heimatstadt und dem friedlichen Landgut kommt dabei deutlich zum Ausdruck. Keywords: Dichtung des 17. Jahrhunderts, Dreißigjähriger Krieg, Vaterland, Zufluchts- ort, Landgut, gerühmter Ort, laus urbis, laus ruris, Sibylla Schwarz, Andreas Gryphius Raum und Ort sind zwei soziologische Begriffe, die die Lebenswelten von Mitgliedern einer Gesellschaft determinieren. Gemäß neuen Ansätzen der Raumsoziologie ist Raum als „eine relationale (An)Ordnung sozialer Güter und Menschen (Lebewesen) an...

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