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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXVI. Jahrgang / 2014

Series:

Peter Heßelmann

Den Schwerpunkt dieses Bandes der Simpliciana bilden vierzehn Vorträge, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Chiffrieren und Dechiffrieren in Grimmelshausens Werk und in der Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2014 in Gelnhausen gehalten wurden. Fünf weitere Studien ergänzen unser neues Jahrbuch. Die Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» bietet wie gewohnt einige Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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Wie liest sich das Buch der Welt?: Zu Buch und Büchern in der Continuatio: Eric Achermann

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ERIC ACHERMANN (Münster)

Wie liest sich das Buch der Welt?

Zu Buch und Büchern in der Continuatio

„Der Absolutismus des Buches verhindert dessen metaphorischen Gebrauch für die Welt“, hält Blumenberg fest, um direkt mit der Frage anzuschließen: „Wie kann es dennoch je zur Weltmetapher werden?“1 Die Antwort, die Blumenberg gibt, vermag nicht eigentlich zu überraschen: Wer die Welt als bedeutsam erachte, der überwinde die gnostische Abwertung des Welthaften zugunsten einer pelagianischen Weltoffenheit. Die Metapher des Buches steht so vorerst einmal nicht für die Welt, sondern für die Erfahrung von Welt; sie steht zum zweiten für eine Erfahrung, die in Konkurrenz zur Offenbarung des einen Buches tritt. In dieser Antwort auf die selbstgestellte Frage steckt viel von Blumenbergs eigener Metaphorologie. Die Bildung einer Metapher, allen voran einer „absoluten“, versteht sich aus dem Herantragen lebensweltlicher Erfahrung zur Erfassung desjenigen, was sich Begriffen verschließt. Die Metapher mache das Unsagbare sagbar; das Unsagbare, so der vermeintliche Umkehrschluss, lasse sich nicht dahingehend auf das Sagbare reduzieren, dass es einen Rest- oder Grundbestand an metaphorischer Rede tilgte,2 da eine solche Reduktion bestenfalls zum Grund der Ausdrucksnot zurückführt.

Die Opposition, welche diese gesamte Metaphorologie bestimmt, ist diejenige zwischen Begriff und Metapher. Metaphern kommen da zum Zug, wo Begriffe nicht hinreichen. Und hier beginnen denn auch die Probleme mit dieser selbst zur Metapher gewordenen metaphorischen Sprech- und Denkweise: Die Begriffe nämlich, die nicht in der Lage...

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