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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXVI. Jahrgang / 2014

Series:

Peter Heßelmann

Den Schwerpunkt dieses Bandes der Simpliciana bilden vierzehn Vorträge, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Chiffrieren und Dechiffrieren in Grimmelshausens Werk und in der Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2014 in Gelnhausen gehalten wurden. Fünf weitere Studien ergänzen unser neues Jahrbuch. Die Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» bietet wie gewohnt einige Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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Traumsymbolik und Traumdeutung als transzendente Marker in Grimmelshausens Keuschem Joseph: Verena Börder

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VERENA BÖRDER (Bochum)

Traumsymbolik und Traumdeutung als transzendente Marker in Grimmelshausens Keuschem Joseph

Der Roman mit dem Titel Exempel Der unveränderlichen Vorsehung Gottes. Unter einer anmutigen und ausführlichen Histori vom Keuschen Joseph in Egypten/ Jacobs Sohn ist 1667 von einem ‚Autor‘ namens Samuel Greifnson vom Hirschfeld veröffentlicht worden. Die Anführungszeichen markieren bereits, wie schwer es ist, genau über die Verfasserschaft des Keuschen Joseph zu sprechen. Denn strenggenommen ist, wie wir heute wissen, der namentlich genannte Greifnson vom Hirschfeld nur eine Autorenmaske, die, wie in der Continuatio von einem ebenfalls fiktiven Kurator verraten wird, einem German Schleifheim von Sulsfort zuzuordnen ist, der wiederum, wie folgends aufgeklärt wird, den Simplicissimus Teutsch verfasst hat. Um dieses Verhältnis pointiert aufzugreifen sei gesagt, dass innerhalb dieser Autobiographie von der Verschriftlichung des Bibelromans als Ereignis berichtet wird.

Jch gieng offt zum ältesten Pfarrer derselbigen Statt/ als der mir auß seiner Bibliothec viel Bücher lehnete/ und wenn ich ihm eins wieder brachte/ so discurirte er von allerhand Sachen mit mir/ dann wir accommodirten uns so miteinander/ daß einer den andern gern leiden mochte: Als nun nicht nur die Martins-Gäns und Metzelsuppen hin und wieder/ sondern auch die H. Weynacht-Feyertäge vorbey waren/ verehrte ich ihm eine Flaschen voll Straßburger Brandtewein zum Neuen Jahr/ welchen er/ der Westphälinger Gebrauch nach/ mit Candel-Zucker gern einläpperte/ und kam darauff hin ihn zu besuchen/ als er eben in meinem Joseph lase/ welchen ihm...

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