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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXVI. Jahrgang / 2014

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Edited By Peter Heßelmann

Den Schwerpunkt dieses Bandes der Simpliciana bilden vierzehn Vorträge, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Chiffrieren und Dechiffrieren in Grimmelshausens Werk und in der Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2014 in Gelnhausen gehalten wurden. Fünf weitere Studien ergänzen unser neues Jahrbuch. Die Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» bietet wie gewohnt einige Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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Ein Altdorfer Fachmann der „Zifferantenkunst“. Daniel Schwenters Steganologia & Steganographia NOVA (um 1620) und ihre Verbindung zum ersten Band der Mathematischen und philosophischen Erquickstunden (1636): Hans-Joachim Jakob

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HANS-JOACHIM JAKOB (Siegen)

Ein Altdorfer Fachmann der „Zifferantenkunst“. Daniel Schwenters Steganologia & Steganographia NOVA (um 1620) und ihre Verbindung zum ersten Band der Mathematischen und philosophischen Erquickstunden (1636)

War im 17. Jahrhundert vielleicht alles einfacher?1 Zumindest einfacher als im 20. und 21. Jahrhundert? Kriminalistische Ermittlungen anhand von codierten Texten dürften zwischen 1969 und 1991 nicht eben ein reines Vergnügen gewesen sein, wie David Finchers Schocker Zodiac (2007) eindrucksvoll suggeriert. Der Film handelt von den Morden des sogenannten, gesichtslos bleibenden Zodiac Killer. Zodiac war in Kalifornien mindestens in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren aktiv. Er flankierte einige seiner Taten mit rätselhaften Bekennerschreiben und verschlüsselten Nachrichten. Sein Antagonist ist Robert Graysmith, Cartoonist beim San Francisco Chronicle und Hobby-Kriminologe. Graysmith bringt sich in die Verfolgung des Serienmörders ein, als die polizeilichen Ermittlungen nach Jahren auf der Stelle treten. Dabei hatte im Hinblick auf die Kryptogramme doch alles durchaus erfolgsversprechend begonnen, zumal ein Geschichtslehrer mithilfe seiner Frau Zodiacs erste, in der Zeitung abgedruckte codierte Nachricht aus dem Juli 1969 innerhalb kürzester Zeit dechiffriert hatte. Danach wird es im direkten Handlungsverlauf merkwürdig still um die immer wieder als Textbausteine aufscheinenden Kryptoelemente. Zodiacs weitere Nachrichten erfahren keine Entschlüsselung mehr.2 Gut zehn Jahre nach der ← 241 | 242 → ersten Botschaft ist Graysmith längst der so getriebene wie besessene Akteur in einem alptraumhaft anmutenden postmodernen Vexierspiel der Zeichen. In ihm scheint es nichts anderes zu geben als falsche Fährten, verwirrende...

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