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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXVI. Jahrgang / 2014

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Edited By Peter Heßelmann

Den Schwerpunkt dieses Bandes der Simpliciana bilden vierzehn Vorträge, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Chiffrieren und Dechiffrieren in Grimmelshausens Werk und in der Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2014 in Gelnhausen gehalten wurden. Fünf weitere Studien ergänzen unser neues Jahrbuch. Die Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» bietet wie gewohnt einige Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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Gisbert Bierbüsse: Grimmelshausens „Teutscher Michel“. Untersuchung seiner Benutzung der Quellen und seiner Stellung zu den Sprachproblemen des 17. Jahrhunderts. (Sebastian Rosenberger)

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Gisbert Bierbüsse: Grimmelshausens „Teutscher Michel“. Untersuchung seiner Benutzung der Quellen und seiner Stellung zu den Sprachproblemen des 17. Jahrhunderts. Zweite, durchgesehene und ergänzte Auflage. Hrsg. im Auftrag der Grimmelshausen-Gesellschaft Münster von Timothy Sodmann. Münster: Monsenstein und Vannerdat 2014 (Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster. Reihe XII 9). 208 S.

Neben einer mit Recht nahezu vergessenen Arbeit aus den späten 1930er Jahren stellt Gisbert Bierbüsses Dissertation aus dem Jahre 1958 die bislang einzige Monographie zu Grimmelshausens Teutschem Michel dar. Umso mehr war es bedauerlich, dass diese Schrift bisher nur schwer als maschinenschriftliches Belegexemplar zugänglich war. Daher ist die Neuedition durch Timothy Sodmann sehr zu begrüßen.

Bierbüsses Untersuchungsziel ist es, Grimmelshausens Stellung zu den Sprachproblemen und zu den Sprachreformern seiner Zeit herauszuarbeiten. Zu diesem Zweck erschließt er Grimmelshausens Quellen anhand detaillierter Textvergleiche. Auf größtenteils überzeugende Weise gelingt es ihm, in der Forschung diskutierte Quellen auszuscheiden und stattdessen andere Quellen nachzuweisen. Dieser erste Teil erweist sich als der wertvollere Teil der Arbeit.

Nicht unproblematisch sind die Schlüsse, die Bierbüsse aus Grimmelshausens unvollendetem Bildungsgang zieht. So konstatiert er etwa eine „schwerfällig-dilettantische Argumentation“ (Vorwort, S. vii) und behauptet, dass Grimmelshausen seine Quellenlektüre „nicht immer mit Verständnis betrieben“ habe (S. 10). Aussagen wie diese suggerieren einen Autor, der mit seinem Thema und mit seinen Quellen überfordert war; an solchen Stellen wird klar, dass Bierbüsse Grimmelshausens satirische Absichten – obwohl er den Teutschen Michel explizit...

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