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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

Series:

Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.
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Idee und Realität. Zum Projekt einer Frauenstadt in der Komödie Amazonen von Ilse Langner

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Abstract: Die 1932 geschriebene Komödie Ilse Langners Amazonen konnte im Dritten Reich nicht mehr aufgeführt werden. Das Stück, in dem kämpferische Frauen bei dem traditionellen Rosenfest die sexuelle Vereinigung mit besiegten Griechen feiern, konnte den Nationalsozialisten selbstverständlich nicht gefallen. Obwohl man das Drama unter verschiedenen Gesichtspunkten analysieren kann, greife ich für den Beitrag nur das Problem der Frauenstadt auf: die, letztlich gescheiterte, Idee, eine neue Gemeinschaft zwischen Frau und Mann zu bilden. Die neue Stadt, von der die Amazonenkönigin Penthesilea schwärmt und die sie mit Hilfe griechischer Handwerker zu errichten beabsichtigt, unterscheidet sich gewaltig von der griechischen Polis, die ihre weiblichen Bewohner einsperrt. Ohne Mauern und Burgen, „von Licht durchströmt, vom Wind durchweht“ (A 48), ist sie aber für die Griechen nichts mehr als ein dilettantisches Machwerk. Der Wunsch nach einer ersprießlichen Zusammenarbeit geht nicht in Erfüllung: Das Patriarchat setzt sich durch. Das Schicksal des Amazonenstaates scheint zwar besiegelt zu sein, doch damit ist das Problem eines frauenfreundlichen Raums für die Autorin des Dramas noch lange nicht gelöst.

Keywords: Ilse Langner, Frauenliteratur, Weimarer Republik, „Neue Frau“, deutschsprachiges Drama, Amazonen, Griechenland, Geschlechterdiskurs, Stadtraum

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