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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

Series:

Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.
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Kulturpolitischer Raum und Frauenrollen. Die Ausstattungspantomimen des Zirkus Busch in Breslau und Wien in den 1910–30er Jahren

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← 120 | 121 →KATALIN TELLER

(ELTE Budapest)

Kulturpolitischer Raum und Frauenrollen.Die Ausstattungspantomimen des Zirkus Busch in Breslau und Wien in den 1910–30er Jahren

Abstract: Anhand von Zirkuspantomimen des Zirkus Busch wird die Verschränkung von kultur- und geschlechtspolitischen Tendenzen in der circensischen Populärkultur von Wien und Breslau in den 1910er - 30er Jahren untersucht. Der Befund, der Zirkus komme in tagespolitischer Hinsicht eindeutig konservativen-hegemonialen Ansprüchen nach, erweist sich mit Blick auf die Geschlechterrollen als hinterfragbar, da ihre Thematisierung, der inhärenten Logik des Zirkusbetriebs entsprechend, tendenziell irrelevant bleibt oder infolge von marketingstrategischen Überlegungen überschrieben wird.

Keywords: Geschichte der Unterhaltungskultur, Zirkus, Pantomime, Geschlechterrollen, Wien, Breslau, Berlin

Angesichts der thematischen Schwerpunkte der Tagung bietet sich das Beispiel der sog. Ausstattungspantomimen von Zirkussen als Prüfstein für die Interdependenz von Kultur- und Geschlechterpolitik im Sinne von räumlich bedingten Sinnkonstellationen in den 1910-er – 1930-er Jahren als eine produktive Problemstellung an. Die leitenden Fragen wären in diesem Zusammenhang erstens, ob sich die emanzipatorischen Bestrebungen im deutschsprachigen Raum, wie sie v. a. in der Nachfolge der feministischen Bewegungen der Jahrhundertwende und später durch die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs vermehrt zur Sprache kamen, in dieser Sparte der Populärkultur ihren Niederschlag fanden, und zweitens, inwiefern sich der Aufführungsort und die damit verknüpften Erwartungen des Publikums die Art und Weise der Inszenierung beeinflussten.

Um diesen Fragen nachgehen zu können, sollen jedoch im Vorfeld zwei Aspekte geklärt...

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