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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

Series:

Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.
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Räume, Transfers, Begegnungen: Der Topos des Grand Hotel in der Literatur der Moderne

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Abstract: Das europäische Grand Hotel der Zwanziger Jahre wird in Literatur und Film immer wieder als Transitraum, lieu de mémoire und paradigmatischer Ort der Moderne inszeniert: gekennzeichnet durch Aufbruch und Freiheitsversprechen, aber auch durch Unruhe und Heimatlosigkeit. Zudem nutzt die Literatur – etwa von Vicki Baum, Franz Kafka, Maria Leitner, Joseph Roth, Arthur Schnitzler, Franz Werfel, Stefan Zweig – den Topos des Hotels als Mikrokosmos, um den Makrokosmos politisch-gesellschaftlicher Prozesse zu beobachten und das erzählerische Potential der Hotelarchitektur (Hotelhalle, Drehtür, Lift) ebenso zu entfalten wie sein Figurenpersonal (Portier, Gast, Detektiv, Hochstapler).

Keywords: Grand Hotel, Moderne, Erinnerungsort, Vicki Baum, Franz Kafka, Maria Leitner, Joseph Roth, Arthur Schnitzler, Franz Werfel, Stefan Zweig

Perspektiven der Raumforschung

Bekanntlich ist seit den 1980er Jahren, ausgehend von geopolitischen Umwälzungen und der Globalisierung, das Sujet des Raums mit seinen je nach Disziplin und Theorieperspektive unterschiedlichen Konzeptualisierungen verstärkt ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt und – unter dem Schlagwort des spatial turn – in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu einer Hauptkategorie der Analyse geworden. Einleitend seien hier einige der Perspektiven zumindest angedeutet, die sich in den Forschungen der letzten zwei bis drei Jahrzehnte aus dem neuen Interesse am Raum, an seinen Konstruktionsmöglichkeiten, seinen Realitäten und Virtualitäten eröffnet haben.1 So ‚entsteht’ ← 135 | 136 →Raum in gewisser Weise in einem vielschichtigen, durchaus widersprüchlichen gesellschaftlichen und kulturellen Prozess, in dem die spezifische Verortung kultureller Praktiken und die Dynamik sozialer Beziehungen auf die Veränderbarkeit von Raum...

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