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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

Series:

Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.
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Selbstgewählte Ortlosigkeit. Zum literaturästhetischen Konzept des Raumes im Werk Daniel Kehlmanns

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(Universität Wrocław)

Selbstgewählte Ortlosigkeit.Zum literaturästhetischen Konzept des Raumes im Werk Daniel Kehlmanns

Abstract: In Daniel Kehlmanns Debütroman Beerholms Vorstellung (1997) kommt eine mediengesteuerte Allgegenwärtigkeit der Titelfigur zum Ausdruck, die als Metapher für eine das Ich zersetzende Ortsungebundenheit steht. In der Novelle Der fernste Ort (2001) wird der Tod als der fernste aller Orte geschildert. Im Erfolgsroman Die Vermessung der Welt (2005) streiten sich der Naturforscher Alexander von Humboldt und der Geistliche Pater Zea darum, ob „überall“ nicht eine Erfindung sei und ob der Raum überall liege oder anderswo, oder eben dort, wo Landvermesser ihn hintrügen. Im Roman Ruhm (2009) verwischen die Grenzen zwischen den virtuellen Räumen des Internets und denen der Wirklichkeit komplett. Die Ortlosigkeit funktioniert bei Daniel Kehlmann als eine konstante narrative Praxis, was aber nicht heißt, dass seine Texte in keinem Raum verankert sind. In der vorliegenden Arbeit wird an ausgewählten Textauszügen gezeigt, wie die Ortlosigkeit zu einer Figur des Schreibens wird, die narrative Zwischenräume schafft, um über sich selbst reflektieren zu können und die Exterritorialität des Schreibenden hervorzuheben.

Keywords: Ästhetik, Erzählung, Figur des Schreibens, Gebrochener Realismus, Heterotopie, Narrative, Ortsungebundenheit, Transitraum, Traum, Übergangsraum, Zwischenraum

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