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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

Series:

Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.
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Geopolitische Räume. Zur Verschränkung des Gender- mit dem Nationalismusdiskurs im Galizienbild von Sacher-Masoch

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(Universität Łódź)

Geopolitische Räume.Zur Verschränkung des Gender- mit dem Nationalismusdiskurs im Galizienbild von Sacher-Masoch

Abstract: Im ersten Teil des Beitrags wird an Hand der vorhandenen Quellen die in vielen Arbeiten nur ungenau geschilderte und vom Autor selbst in einigen Punkten mystifizierte Herkunft Sacher-Masochs rekonstruiert. Im nächsten Schritt werden wichtige historische Kontexte für seine Polnischen Geschichten kurz umrissen und Korrespondenzen zu einigen Texten der polnischen Literatur sowie zum kulturellen Gedächtnis der polnischen Romantik ausgearbeitet. Die Erzählungen werden als Umschreibung des galizischen Gedächtnisses und eine sui generis Deckerinnerung interpretiert.

Keywords: Leopold von Sacher-Masochs Herkunft, Polenbilder, Konföderation von Bar, Erinnerung

1887 erschien im Breslauer Verlag S. Schottländer ein Band mit Geschichten aus der Feder des damals in ganz Europa für seine spezifischen erotischen Faszinationen bekannten, aber im deutschsprachigen Raum allmählich in Vergessenheit geratenden galizischen Schriftstellers Leopold von Sacher-Masoch (1836–1895), betitelt mit Polnische Geschichten.

Die Familie Salo Schottländers hatte ihre Wurzeln in Danzig; an eine Danziger Vorstadt erinnert der Familienname, den die jüdischen Vorfahren des Verlegers angenommen und in Breslau weiter geführt haben. Sie erwarben sich große Verdienste um die Entwicklung der Industrie und der Infrastruktur in Schlesien. Mit der Zeit wurden sie auch Großgrundbesitzer, Gelehrte und Philanthropen, verschwägert mit anderen bedeutenden schlesischen Familien, wie die einst aus Galizien eingewanderten Pringsheim, Vorfahren von Katja Mann.

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