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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

Series:

Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.
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Vergessene Räume der Verdrängung und des Hasses in Josef Haslingers Roman Jáchymov

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← 348 | 349 →PAVEL VÁŇA(Masaryk-Universität Brno)

Vergessene Räume der Verdrängung und des Hasses in Josef Haslingers Jáchymov

Abstract: Im vorliegenden Beitrag wird die Art und Weise gezeigt und diskutiert, wie Josef Haslinger in seinem Roman das Phänomen des Raumes im Narrativ erscheinen lässt. Zentrale Handlungslinie des Romans bildet die Lebensgeschichte Bohumil Modrýs, eines hervorragenden tschechischen Eishockeyspielers der dreißiger und vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Bohumil Modry wurde in einem politisch konstruierten Prozess gegen die Mitglieder des tschechoslowakischen nationalen Eishockeyteams verurteilt und in den kommunistischen Konzentrationslagern bei Jáchymov gefangen gehalten. Im Roman ist der Raum nicht nur als ein statisches Handlungsvorfeld bzw. ein kulissenartiger Hintergrund präsent, sondern als ein Element, von dem das Erzählte fundamental beeinflusst wird. Neben konkreten erlebten Räumen werden auch Illusionsräume, Parallelwelten der Träume und vor allem die Heterotopie des Gefängnisses zum untrennbaren Teil des Narrativs. Als ein durchaus spezifisches Wesensmerkmal, das sowohl den Bereich des Privatlebens der Protagonisten als auch generell die Sphäre des gesellschaftlichen Lebens beeinflusst, tritt die liminale Situation in der Tschechoslowakei nach dem kommunistischen Putsch im Jahre 1948 und die damit zusammenhängende tragische politische Entwicklung des Landes in der kommunistischen Ära in den Vordergrund.

Keywords: Raum, Narrativ, Josef Haslinger, Jáchymov, kommunistische Konzentrationslager, Heterotopie des Gefängnisses, Traumwelten, Liminalität

Einleitung

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