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Dinge, die die Welt bewegen

Zur Kohärenz im frühneuzeitlichen Prosaroman

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Martina Oehri

Dinge bewegen die Welt frühneuzeitlicher Prosaromane. Sie werden getauscht, verschenkt, gehen verloren und werden gefunden. In der Melusine wird eine tafel mit der ganzen Familiengeschichte gefunden, Fortuna schenkt Fortunatus im gleichnamigen Roman einen glücksseckel, in der schönen Magelona werden ringe genutzt, um die adlige Herkunft zu beglaubigen, und im Gabriotto und Reinhart dienen rosen Liebenden als heimliches Liebeszeichen. Werden diese Dinge in die Lektüre und Analyse der frühen Prosaromane einbezogen, so zeigt sich, dass ihr Aufbau keineswegs simpel und alleine vom Ende her bestimmt ist, wie ihnen oft vorgeworfen wird, sondern dass diese frühen Romane ganz einfach mit einem anderen Kohärenzsystem arbeiten als mit jenem, welches uns von den hoch artifiziellen höfischen Romanen der hochmittelalterlichen Blütezeit oder von modernen Romanen vertraut ist. In der Auseinandersetzung mit der Melusine, dem Fortunatus, der schönen Magelona und dem Gabriotto und Reinhart zeigt sich, dass jeder dieser Romane auf seine ganz eigene Art und Weise Dinge nutzt, um verschiedene Handlungswelten zu verbinden und Kohärenz herzustellen.
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3. Objekte an Übergängen – Die Generationenromane Melusine und Fortunatus

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3. Objekte an Übergängen: Die Generationenromane Melusine und Fortunatus

Die beiden Romane Melusine und Fortunatus werden hier nicht zum ersten Mal gemeinsam betrachtet.98 Dafür, dieser Tradition unter einem neuen Blickwinkel zu folgen, spricht zum einen die ähnliche Handlungskonzeption der Romane. Beide sind als Generationen-Romane konzipiert und erzählen die Geschichte dreier Generationen. Konstitutives Handlungselement ist in beiden Romanen der soziale Aufstieg einer Familie. Die Betrachtung der Objekte und ihre Rolle für den sozialen Aufstieg können wichtige Erkenntnisse für die Funktionsweise und die Handlungsstruktur der Romane liefern.

Zum anderen ergeben sich aus dieser Handlungsstruktur ähnliche Konzeptionen der Objekte selbst, die in beiden Romanen an zentralen Übergängen in der Familiengeschichte inszeniert werden. Die Art und Konzeption von Objekten in Generationenromanen wie der Melusine und dem Fortunatus ist eine ganz andere als in den Liebesromanen Gabriotto und Reinhart Georg Wickrams oder in der Schönen Magelona Veit Warbecks (Kapitel 4). Der Fokus auf die Objekte und ihre Konzeption innerhalb der Familiengeschichte ermöglicht eine neue, kontrastierende Betrachtung der beiden Romane Melusine und Fortunatus (Abschnitt 3.3).

Die nachfolgenden Ausführungen zur Melusine Thürings von Ringoltingen und dem anonym verfassten Fortunatus sind als Versuch zu verstehen, durch die Betrachtung der Objekte die Textstruktur und die verhandelten Spannungsfelder möglichst weitgehend, aber nicht zwingend abschliessend, aufzuzeigen und zu deuten. Das heisst, es wird in dieser Untersuchung keine Gesamtinterpretation der Romane angestrebt. Vielmehr geht es darum, die Funktion der Objekte f...

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