Show Less
Restricted access

Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750), Bd. III

Beiträge zur dritten Arbeitstagung in Wissembourg / Weißenburg (März 2014)

Series:

Edited By Peter Hvilshøj Andersen-Vinilandicus and Barbara Lafond-Kettlitz

Die Mittlere Deutsche Literatur zwischen 1400 und 1750 weist einen beträchtlichen Bestand an deutschsprachiger und neulateinischer Rezeptionsliteratur auf. In Kontinuität mit der ersten Arbeitstagung in Eisenstadt 2011 und der zweiten in Hundisburg 2013 sind die Beiträge dieses Bandes dessen Sichtung, Aufarbeitung und bildungsgeschichtlicher Wertung gewidmet. Sie befassen sich mit der Rezeption und Verbreitung antiker Kultur (Überlieferung von Mythologie, Verarbeitung von Sophokles und Ovid), mittelalterlicher Stoffe und Renaissanceliteratur sowie mit den Filiationen neulateinischer Dramen, Fabeln und Romane, teilweise bis ins 18. Jahrhundert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Rekontextualisierung, auf der Art, wie der Text dem anderen kulturellen Bezugsrahmen angepasst wird. An herausragenden Beispielen der literarischen Rezeption europäischer Literaturdenkmäler (Nibelungensage, Narrenschiff, Melusine) und neulateinischer Dramen werden außer ästhetischen Problemen sozio-kulturelle Transfers dargestellt, so etwa die ideologische Funktionalisierung zu didaktischen, moralischen, politischen und konfessionellen Zwecken.
Show Summary Details
Restricted access

Lodovico Guicciardinis Erquickstunden in der Übertragung durch Daniel Federmann

Extract



Zusammenfassung: Lodovico Guicciardinis Hore di ricreatione werden in der ersten deutschen Übersetzung von Daniel Federmann ← 311 | 312 → unter dem Titel Erquickstunden 1574 in Basel veröffentlicht. Der Beitrag soll zeigen, wie Federmann bei seiner offenkundig auf das deutsche Publikum ausgerichteten Übertragung vorgeht, wie er in den Aufbau der Sammlung eingreift, welche Kapitel er nicht übersetzt und in welcher Weise die in die deutsche Übersetzung eingefügten Illustrationen zum Verständnis des Werkes beitragen.

Stichworte: Apophthegmata, Buchillustration, Erquickstunden, Daniel Federmann, Lodovico Guicciardini, Hore di ricreatione

Lodovico Guicciardinis Hore di ricreatione (HR)1 erscheinen erstmals ohne Zustimmung des Autors unter dem Titel Detti et Fatti piacevoli 1565 in Venedig bei Giorgio de’ Cavalli und Domenico Nicolini und drei Jahre später in Antwerpen unter dem Originaltitel als bemerkenswertes Historien- und Exemplabuch, das mit seinen Apophthegmen und Florilegien feinsinnige Sentenzen über das menschliche Leben enthält. Der stilistische Reiz des italienischen Originals fordert Übersetzer der Zeit – unter ihnen François de Belleforest – sofort heraus, eine Übertragung in ihre jeweilige Muttersprache zu versuchen. Der aus Memmingen stammende und bis dahin völlig unbekannte Daniel Federmann, nach eigenen Angaben Geheimschreiber des Vizekanzlers Karls V., Georg Sigmund Seld, veröffentlicht 1574 in Basel seine deutsche Version unter dem Titel Erquickstunden (ES),2 welche laut Vorrede zur moralischen Erziehung der Jugend beitragen sollen. Im Übrigen ein Ausdruck, der während des 17. Jahrhunderts zum Begriff für diese Art von belehrender Unterhaltungsliteratur wird, allen voran Georg Philipp Harsdörffers und Daniel...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.