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«Da habe ich alles, was Serbisch war, verteufelt.»

Wie gesellschaftliche Diskurse die natio-ethno-kulturellen Zugehörigkeiten von ethnischen Serbinnen und Serben in der Deutschschweiz beeinflussen

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Kathrin Pavic

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde in der (Deutsch)Schweizer Öffentlichkeit viel über Zuwanderinnen und Zuwanderer aus dem postjugoslawischen Raum – im speziellen aus Serbien – diskutiert. So war in den Medien, der Politik und an den Stammtischen die Rede von aggressiven und kriminellen «Jugos», «Balkanrasern» und serbischen Kriegsverbrechern.
Anhand von fünf biographischen Einzelfallanalysen geht die Autorin der Frage nach, wie Menschen mit serbischem Migrationshintergrund mit den vorherrschenden gesellschaftlichen Diskursen über ethnische Serbinnen und Serben in ihrer Lebensgeschichte umgehen und welche Auswirkungen diese auf ihr Zugehörigkeitsgefühl zum Herkunfts- und zum Aufnahmeland haben. Hierbei stellen nicht nur der Zusammenhang von Diskurs und Biographie einen wichtigen Aspekt dar, sondern auch die transnationalen Bezüge der Befragten.
Neben den fünf Einzelfallanalysen, die auf narrativen Interviews beruhen, bildet die Aufarbeitung des sich wandelnden Diskurses über ImmigrantInnen aus dem (post)jugoslawischen Raum seit den 1960er Jahren das Kernstück dieser Arbeit. Zudem wird auf weiterführende Fragestellungen und auf die damit einhergehenden integrationspolitischen Implikationen hingewiesen.
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3. Historischer Blick auf die serbische Immigration in die Schweiz

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Die Gesellschaften des südöstlichen Europas und insbesondere die Gebiete des früheren Jugoslawiens sind seit jeher von Migration geprägt. Ivan Čizmić (1986: 255) bezeichnet das ehemalige Jugoslawien sogar als „the nation of emigrants“.

Im Folgenden soll nun die Geschichte der serbischen Zuwanderung in die Schweiz und deren historische Hintergründe näher betrachtet werden. Die serbische Immigration in die Schweiz reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Es handelte sich damals in erster Linie um die temporäre Zuwanderung serbischer Studenten und Intellektueller. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Kriegsflüchtlinge und -gefangene aus Jugoslawien aufgenommen. Ende der 1960er Jahre wurden die ersten jugoslawischen Gast- und Facharbeiter rekrutiert. In diesem Zusammenhang ist auch der Familiennachzug in den 1980er Jahren zu nennen. In den 1990er Jahren nahm die Zahl von Asylbewerbern und Flüchtlingen aufgrund der postjugoslawischen Kriege frappant zu.

Die Migration aus dem postjugoslawischen Raum in die Schweiz umfasste somit nicht nur verschiedene Phasen, sondern auch verschiedene Migrationstypen: Migration von Studierenden, Arbeitsmigration, Migration von Familienangehörigen, Migration von Flüchtlingen und Migration ethnischer Minderheiten (vgl. Han 2010: 74–123).

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