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Bindungsqualität zwischen Eltern und Kind in der zweisprachigen Erziehung

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Demeter Michael Ikonomu

Für Eltern in einer binationalen Familie ist die Vermittlung von Zweisprachigkeit eine besondere Herausforderung. Wie soll eine erfolgreiche zweisprachige Erziehung aussehen? In dieser Studie werden 65 europäische, zweisprachig erziehende Eltern untersucht, und zwar die Mütter bzw. Väter, die Vertreter der Nichtumgebungssprache sind, also der Sprache, die in dem Land, in dem sie leben, als Fremdsprache gilt. Im Fokus steht die Erziehungsperiode der ersten 6 Lebensjahre der Mädchen und Jungen. Das Erziehungsprinzip OPOL (One Person – One Language) wird bei den Auswertungen besonders berücksichtigt. Im Mittelpunkt der deskriptiven Studie stehen die psychologischen Faktoren, und zwar auf der Grundlage der Erkenntnisse der Bindungstheorie von John Bowlby. Die Studie geht unter anderem auf folgende Fragen ein: Welche Rolle spielen Elemente der Bindungsqualität zwischen Eltern und Kind für eine gelungene Zweisprachigkeit? Haben Faktoren wie die Nähe zum Kind oder die Feinfühligkeit gegenüber dem Kind Auswirkungen auf die zweisprachige Erziehung?
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1. Einleitung

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1.Einleitung

Bikulturelle Familien, d. h. Lebenspartner mit unterschiedlicher Muttersprache gibt es immer häufiger und damit steigt die Anzahl potentiell zweisprachiger Kinder. Allein in Deutschland hat sich der Anteil der binationalen Paare bezogen auf alle Ehen und Lebensgemeinschaften im mittleren Alter innerhalb von zehn Jahren verdoppelt:

1998 lebten vier Prozent der deutschen Frauen und Männer in einer Beziehung mit einem ausländischen Partner, gegenüber acht Prozent im Jahr 2008. Der Anteil der deutsch-deutschen Paare sank zwischen 1998 und 2008 entsprechend um vier Prozentpunkte von 89% auf 85%. (Statistisches Bundesamt 2010, online)

Viele Eltern dieser Partnerschaften haben den Willen, das Kind/die Kinder zweisprachig zu erziehen. Ein Automatismus ist dieser allerdings nicht überall, denn es gibt Eltern, die bewusst auf eine Zweisprachigkeit verzichten, unter anderem aus Angst, das Kind eventuell zu überfordern oder weil sie befürchten, beide Sprachen könnten darunter leiden. Das Kind würde dann keine der beiden Sprachen richtig beherrschen.

Es herrscht dennoch meist gesellschaftlicher Konsens darüber, dass eine Zweisprachigkeit prinzipiell möglich sei und den Kindern kulturell und beruflich Vorteile bringe. Einerseits wird in der Wissenschaft schon lange nicht mehr angezweifelt, dass eine gut funktionierende Zweisprachigkeit bei Kindern ausführbar ist: Das Potential sei allen Kindern gegeben mit dem großen Vorteil, dass gerade sie sich eine zweite Sprache besonders effizient aneigneten. Man denke nur an die perfekte Aussprache, die Kinder in beiden Sprachen annehmen, eine Fähigkeit, die Erwachsene so nicht mehr haben. Andererseits herrscht...

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