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Bindungsqualität zwischen Eltern und Kind in der zweisprachigen Erziehung

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Demeter Michael Ikonomu

Für Eltern in einer binationalen Familie ist die Vermittlung von Zweisprachigkeit eine besondere Herausforderung. Wie soll eine erfolgreiche zweisprachige Erziehung aussehen? In dieser Studie werden 65 europäische, zweisprachig erziehende Eltern untersucht, und zwar die Mütter bzw. Väter, die Vertreter der Nichtumgebungssprache sind, also der Sprache, die in dem Land, in dem sie leben, als Fremdsprache gilt. Im Fokus steht die Erziehungsperiode der ersten 6 Lebensjahre der Mädchen und Jungen. Das Erziehungsprinzip OPOL (One Person – One Language) wird bei den Auswertungen besonders berücksichtigt. Im Mittelpunkt der deskriptiven Studie stehen die psychologischen Faktoren, und zwar auf der Grundlage der Erkenntnisse der Bindungstheorie von John Bowlby. Die Studie geht unter anderem auf folgende Fragen ein: Welche Rolle spielen Elemente der Bindungsqualität zwischen Eltern und Kind für eine gelungene Zweisprachigkeit? Haben Faktoren wie die Nähe zum Kind oder die Feinfühligkeit gegenüber dem Kind Auswirkungen auf die zweisprachige Erziehung?
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3. Bindungsgeflechte in der binationalen Familie und Präsentation der Fragestellungen

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3.Bindungsgeflechte in der binationalen Familie und Präsentation der Fragestellungen

In diesem Kapitel werden die verschiedenen Beziehungen oder Bindungsgeflechte in der binationalen Familie vorgestellt. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese die zweisprachige Erziehung beeinflussen. Im zweiten Punkt werden synthetisch die Hypothesen zum Zusammenhang zwischen Bindungsqualität zwischen Elternteil und Kind einerseits und Gelingen des Erwerbs einer Zweisprachigkeit formuliert. Diese werden bei der späteren Auswertung der Fragebögen überprüft.

3.1Die verschiedenen Bindungsgeflechte im System einer zweisprachigen Erziehung

In den in unserer Arbeit untersuchten binationalen Familien ist jeweils ein Elternteil der Vertreter der Umgebungssprache und der andere der Vertreter der Nichtumgebungssprache. Die Umgebungssprache ist normalerweise die Landessprache bzw. eine Landessprache und die Nichtumgebungssprache ist in dem Land, in dem die Familie lebt, eine Fremdsprache. Die Position der Umgebungssprache ist stärker als die der Nichtumgebungssprache. Daher steht für die Umgebungssprache auch der Begriff „starke Sprache“ und für die Nichtumgebungssprache der Begriff „schwache Sprache“. Bei der schwachen Sprache obliegt die Vermittlung vor allem den Eltern. Bei der starken Sprache interagiert das ganze natürliche Umfeld (Großeltern, Kindergarten, Schule…). Ob Zweisprachigkeit in der Erziehung gelingt, hängt daher vorrangig von der erfolgreichen Vermittlung der schwachen Sprache seitens des einen Elternteils ab. Die Mütter und Väter, die Vertreter der schwachen Sprache sind, werden im praktischen Teil der Arbeit mittels Fragebögen befragt. ← 29 | 30 →

In den hier untersuchten binationalen Familien ergeben sich verschiedene Bindungsgeflechte. In der folgenden Graphik werden...

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