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Prophetie und Politik

Die «Explanatio in Prophetia Merlini Ambrosii» des Alanus Flandrensis – Edition mit Übersetzung und Kommentar – Band 1 / Band 2

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Clara Wille

Um 1138 schrieb Geoffrey von Monmouth seine Historia regum Britanniae, die erste Darstellung der Artuslegende. Darin eingelegt sind die dunklen, bildgesättigten Aussprüche des Zauberers und Propheten Merlin. Teils behandeln sie die Vergangenheit der Britischen Inseln, teils sind sie Weissagungen auf ihre Zukunft. Sogleich zeigte sich das Bedürfnis, sie auszudeuten. Unter den zahlreichen Kommentaren ist die Explanatio in prophetia Merlini Ambrosii (um 1170) der umfassendste. Darin werden auch die Weissagungen auf die damalige Zukunft interpretiert. Als Urheber dieser umfangreichen Schrift gilt ein gewisser Alanus, gebürtig von Lille, später Bischof von Auxerre. Konkret wird darin auf das anglonormannische Königtum – auch in seinen Beziehungen zu Frankreich – eingegangen, auf die dynastischen Kämpfe und das Verhältnis von Kirche und weltlicher Macht. Die Sitten der Zeit werden gegeisselt: das Hofleben, die Priesterehe, ferner Zauberei und Aberglaube.
Der Text, bisher nur in Drucken des 17. Jahrhunderts zugänglich, wird im vorliegenden Werk erstmals kritisch ediert, in eine moderne Sprache übersetzt und im Hinblick auf seine historischen, geistesgeschichtlichen und literarischen Belange kommentiert.
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Prophetia Merlini

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Die Prophezeiungen sind gemäss der Ausgabe von WRIGHT nummeriert.

Blatt 194 von P ist stark beschädigt und teilweise unleserlich. Die unleserlichen Stellen von P wurden anhand von V und der HRB in der Ausgabe von REEVE ergänzt. Der Text der Prophetia Merlini ist, wofern nichts anderes vermerkt ist, derselbe, wie in den Zitaten des Kommentars, das heisst bis auf wenige kleine Abweichungen. Diese kleinen Unterschiede, wie zum Beispiel in P 14, wo in allen Handschriften in Buch III, § 31, deaurabit illum steht und hier in den PM illud, wurden nicht alle aufgeführt. Im Allgemeinen ist die Überlieferung der Explanatio in den uns bekannten Textzeugen sehr einheitlich.

Die Explanatio folgt in den Varianten in der Prophetia Merlini mehrfach der Handschriftengruppe G, PARIS, Bibliothèque Ste-Geneviève, ms. 21133, doch nicht ausschliesslich. Bemerkenswert ist in P 4 die Variante truncabuntur, die sich gemäss Reeve in der Second Variant Version findet (siehe unten Anm. P 4). Interessant ist zudem, dass Alanus in seiner Erklärung zu P 5, die er dem Text HRB, § 206, entnimmt, das Todesjahr Cadwaladrs, gemäss der Variante der Handschriften der Gruppe Σ, mit 679 angibt (siehe Anm. Buch II, § 4). Diese Varianten finden sich gemäss der kritischen Ausgabe von Reeve zusammen nur noch in CAMBRIDGE, UL, ms. Mm 5. 29, die eine der ältesten Handschriften der Gruppe Σ ist.

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