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Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht. Bd. 18 (2013) / Annuaire suisse de droit ecclésial. Vol. 18 (2013)

Herausgegeben im Auftrag der Schweizerischen Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht / Edité sur mandat de l’Association suisse pour le droit ecclésial protestant

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Edited By Dieter Kraus, Wolfgang Lienemann, René Pahud de Mortanges and Christoph Winzeler

Inhalt: Ulrich Cavelti: Die Kirchensteuerpflicht juristischer Personen. Neue Erkenntnisse aufgrund des NFP 58 «FAKIR» (Finanzanalyse Kirchen)? – Charles Landert: Die Leistungen der Kirchen aus sozialwissenschaftlicher Sicht – Christian R. Tappenbeck: Zum Vorentwurf einer «Verfassung der Evangelischen Kirche in der Schweiz» – Ueli Friederich: Vorgaben der Kirchenverfassung der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell betreffend Zuständigkeit zur Entlassung von Pfarrpersonen?
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Die Leistungen der Kirchen aus sozialwissenschaftlicher Sicht

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von Charles Landert (Zürich)

Im Zeitpunkt der Publikation dieses Beitrags werden 20 Jahre vergangen sein, seit die Evangelisch-reformierte Kirchensynode des Kantons Zürich und wenig später die Römisch-katholische Synode Aufträge an ein Zürcher Forschungsinstitut erteilten, die Leistungen der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich in einer gesellschaftsbezogenen Berichterstattung darzustellen1. Dass sich die Sozialwissenschaften mit den Leistungen der Kirchen befassten, war zumindest für die Schweiz relativ neu, wie es auch allgemein lange dauerte, bis die grossen Kirchen nicht mehr allein Gegenstand der Theologie, Geschichtsforschung, Staats- und Kirchenrechtswissenschaft oder Philosophie waren. Wesentlichster Grund dafür war allerdings die lange Zeit allgemein geringe Bedeutung der Sozialwissenschaften.

I.Religion und Kirchen als Gegenstand der Sozialforschung in der Schweiz

A.Anwendungsorientierte Sozialforschung – eine junge Disziplin

Sozialwissenschaftliche Forschung begann sich in der Schweiz erst vor knapp 40 Jahren in bedeutsamem Umfang auszubreiten, d.h. ab den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Das nach 1968 gestiegene Interesse ← 43 | 44 → an den Disziplinen Soziologie, Sozialpsychologie und Politologie2 führte nicht nur zu einer grösseren Nachfrage nach entsprechenden Studiengängen, sondern in der Folge auch zur Beschäftigung von Soziolog/innen in öffentlichen Verwaltungen und – seltener – Wirtschaftsunternehmen. Parallel dazu weitete sich die nationale Forschungsförderung inhaltlich aus, insbesondere im Rahmen der anwendungsorientierten Sozialforschung. In den Achtzigerjahren waren in mehreren der neu geschaffenen Nationalen Forschungsprogramme Fragen zur Bearbeitung ausgeschrieben, die sich vornehmlich an Sozialwissenschaften richteten. Soziologen waren es auch, die so genannte Sozialbilanzen für Unternehmen3 erstellten – eine...

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