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Körper – Kultur – Kommunikation - Corps – Culture – Communication

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Edited By Alexander Schwarz, Catalina Schiltknecht and Barbara Wahlen

Mit seinem Körper versucht der Mensch, Gemeinsamkeit mit anderen Menschen herzustellen (Kommunikation) und systemhaft aufrecht zu erhalten (Kultur). Gleichzeitig sind der Körper und seine Eigenarten, wie etwa das Geschlecht oder die Generation, Ergebnisse von Kommunikation in Kultur. Beides ist keine harmonische Wechselwirkung, sondern ein problematischer, ja «skandalöser» Konflikt, den die aus vielen Forschungskulturen, Sprachen und Disziplinen stammenden Beiträge dieses Bandes einerseits historisch dokumentieren und andererseits theoretisch weiter denken. Dabei liegt der Fokus auf dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Europa, als sich die modernen Beziehungsstrukturen noch nicht verfestigt hatten. Die Beiträge gehen auf die gleichnamige Tagung zurück, die im Mai 2013 in Lausanne stattgefunden hat. Sie sind auf Deutsch, Französisch und Englisch verfasst.
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Körperrepräsentationen in Texten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit: Rainer Hünecke

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RAINER HÜNECKE (DRESDEN)

Körperrepräsentationen in Texten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit

1.Vorbemerkungen

Der menschliche Körper war und ist insbesondere ein Gegenstand naturwissenschaftlicher Interessen. Daneben besteht aber auch ein Interesse anderer Wissenschaftsdisziplinen am menschlichen Körper. So sind es beispielsweise Aspekte der Wahrnehmung und Darstellung des menschlichen Körpers, die von Seiten der Kunst- und Literaturwissenschaft diskutiert werden. Dabei geht es vor allem um die Zeichenhaftigkeit des menschlichen Körpers. Vergleichsweise wenig wurde die Frage aus linguistischer Perspektive gestellt, wie denn in einem Text Körper und insbesondere der menschliche Körper mit Hilfe sprachlicher Zeichen repräsentiert wird.

Mit dem hier vorzustellenden Beitrag soll nun gerade dieser Frage nachgegangen werden. Es werden dazu Texte befragt, die in einer Zeit entstanden sind, in der sprachliches Handeln (in deutscher Sprache) noch überwiegend direkt mit der körperlichen Anwesenheit der handelnden Personen verbunden war. In einer solchen Situation der körperlichen Anwesenheit der Sprachhandelnden ist aber in der Regel der Gegenstand des sprachlichen Handelns nicht gegenständlich präsent. Eine schriftliche Fixierung dieser Sprachhandlungen und der Gegenstände dieser Sprachhandlungen war sekundär und erfolgte zeitversetzt zu dieser Sprachhandlung. Im Ergebnis entstanden aus moderner Sicht Protokolle, die verlaufs- oder ergebnisorientiert angelegt waren. ← 65 | 66 →

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