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Körper – Kultur – Kommunikation - Corps – Culture – Communication

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Edited By Alexander Schwarz, Catalina Schiltknecht and Barbara Wahlen

Mit seinem Körper versucht der Mensch, Gemeinsamkeit mit anderen Menschen herzustellen (Kommunikation) und systemhaft aufrecht zu erhalten (Kultur). Gleichzeitig sind der Körper und seine Eigenarten, wie etwa das Geschlecht oder die Generation, Ergebnisse von Kommunikation in Kultur. Beides ist keine harmonische Wechselwirkung, sondern ein problematischer, ja «skandalöser» Konflikt, den die aus vielen Forschungskulturen, Sprachen und Disziplinen stammenden Beiträge dieses Bandes einerseits historisch dokumentieren und andererseits theoretisch weiter denken. Dabei liegt der Fokus auf dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Europa, als sich die modernen Beziehungsstrukturen noch nicht verfestigt hatten. Die Beiträge gehen auf die gleichnamige Tagung zurück, die im Mai 2013 in Lausanne stattgefunden hat. Sie sind auf Deutsch, Französisch und Englisch verfasst.
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Die deiktischen Elemente in den Texten von Christian Weise: Józef Wiktorowicz

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JÓZEF WIKTOROWICZ (WARSCHAU)

Die deiktischen Elemente in den Texten von Christian Weise

Im Folgenden werden die personaldeiktischen Ausdrücke in den Texten des Autors Christian Weise (1642–1708) behandelt, dessen Schaffen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts liegt und damit ein Bindeglied zwischen der frühneuhochdeutschen und neuhochdeutschen Periode darstellt. Die Anredeformen im Mittelhochdeutschen und Frühneuhochdeutschen wurden bisher in einigen älteren Beiträgen (Gustav Ehrismann – das Mittelhochdeutsche, Albrecht Keller – das Frühneuhochdeutsche, vgl. Literaturverzeichnis) charakterisiert, aber die Analyse der frühneuhochdeutschen personaldeiktischen Elemente ging nur bis Mitte des 17. Jahrhunderts. Meine Analyse der Anredeformen bei Christian Weise will die Lücke zwischen dem Frühneuhochdeutschen und dem 18. Jahrhundert schließen. Im 18. Jahrhundert hat Johann Christoph Gottsched in seiner Grammatik ein kompliziertes fünfstufiges Anredesystem vorgelegt (Vollständigere und neuerläuterte deutsche Sprachkunst, 1762, 280). Mit der Analyse der personaldeiktischen Ausdrücke in den Texten von Christian Weise soll gezeigt werden, wie die komplizierten sozialen Relationen in der damaligen Gesellschaftsstruktur auf der sprachlichen Ebene realisiert werden. Verschiedene Formen in der Anrede dürfen nicht als Ausdruck „der deutschen Titelsucht und Kriecherei“ (Keller, 174, in Bezug auf das Frühneuhochdeutsche) betrachtet werden, sondern als objektive Widerspiegelung der mehrstufigen Gesellschaftsstruktur.

Die personaldeiktisch verwendeten Sprachmittel können verschiedene zwischenmenschliche Relationen ausdrücken, und die personaldeiktischen Ausdrücke können – je nach der sozialen Relation zwischen den Gesprächspartnern – variabel sein. Relativ stabil ← 115 | 116 → ist nur der Bezug auf den Sprecher, der...

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