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Körper – Kultur – Kommunikation - Corps – Culture – Communication

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Edited By Alexander Schwarz, Catalina Schiltknecht and Barbara Wahlen

Mit seinem Körper versucht der Mensch, Gemeinsamkeit mit anderen Menschen herzustellen (Kommunikation) und systemhaft aufrecht zu erhalten (Kultur). Gleichzeitig sind der Körper und seine Eigenarten, wie etwa das Geschlecht oder die Generation, Ergebnisse von Kommunikation in Kultur. Beides ist keine harmonische Wechselwirkung, sondern ein problematischer, ja «skandalöser» Konflikt, den die aus vielen Forschungskulturen, Sprachen und Disziplinen stammenden Beiträge dieses Bandes einerseits historisch dokumentieren und andererseits theoretisch weiter denken. Dabei liegt der Fokus auf dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Europa, als sich die modernen Beziehungsstrukturen noch nicht verfestigt hatten. Die Beiträge gehen auf die gleichnamige Tagung zurück, die im Mai 2013 in Lausanne stattgefunden hat. Sie sind auf Deutsch, Französisch und Englisch verfasst.
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Verbale Aggression in den Fastnachtspielen von Hans Sachs: Daria Nifontova

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DARIA NIFONTOVA (ST. PETERSBURG)

Verbale Aggression in den Fastnachtspielen von Hans Sachs

Die Fastnachtspiele von Hans Sachs, die „Perlen der komischen Kleindichtung“1 genannt wurden und ein unentbehrlicher Teil des gesamten Sachsschen Schaffens sind, spiegeln das Nürnberger Leben des 16. Jahrhunderts wieder. Im Vergleich zu den früheren Fastnachtspielen, die vom „Schmutz“ und „Unflat“2 wimmelten, sind die Werke von Hans Sachs durch den niedrigeren Grad von Rohheit und Brutalität gekennzeichnet. Als Autor der neuen Zeit versteht er seine Aufgabe nicht nur in Amüsieren des Publikums, sondern auch in der Belehrung. Jedoch sind auch in seinen Texten viele Konfliktsituationen zu finden, in denen handelnde Personen zur verbalen Aggression greifen.

In diesem Beitrag begrenzen wir den Begriff „verbale Aggression“ nicht nur auf die Verwendung pejorativer Lexik, wie es Faust3 macht, sondern wir verstehen darunter jeglichen Ausdruck der negativen Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Zuhörer. Ein wichtiges Merkmal der verbalen Aggression ist ihr retrospektiver Charakter: die auf den Hörer gerichteten Invektiven sind Reaktion seitens des Sprechenden auf seine Handlungen oder Wörter. Die Ausnahme bilden grundlose Angriffe, die durch persönliche Züge, schlechte Laune, mangelnde Kenntnisse u. a. bedingt sind.

Zu den sprachlichen Handlungen, die das oben genannte pragmatische Ziel haben, gehören vor allem Beschuldigung und Beleidigung. Dabei ist es nicht immer einfach, eine klare Grenze zwischen ← 447 | 448 → diesen zwei Begriffen zu ziehen, weil sie in vielen Streitsituationen gleichzeitig verwendet werden und sich gegenseitig verst...

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