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Räume der Passion

Raumvisionen, Erinnerungsorte und Topographien des Leidens Christi in Mittelalter und Früher Neuzeit

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Edited By Hans Aurenhammer and Daniela Bohde

Ölberg, Pilatuspalast, Golgatha, Grabesstätte: die Passion Christi fand an konkreten Orten in und vor der Stadt Jerusalem statt. Der fromme Nachvollzug des Leidens des Erlösers in Mittelalter und Früher Neuzeit aktivierte diese räumliche Dimension auf vielfältige Weise. Kreuzwege und Kalvarienberge evozierten die Topographie der Kultstätten des fernen Heiligen Lands. Geistliche Schauspiele, Prozessionen und Hinrichtungsrituale verwandelten spätmittelalterliche Städte in hybride Räume, in denen die Erinnerung der Passion mit der Gegenwart der Gläubigen verschmolz. Tafelbilder, illustrierte Handschriften und Raumdekorationen eröffneten imaginäre Passionsräume, in die sich die Betrachterinnen und Betrachter versetzen konnten. Die Passion Christi wurde so verinnerlicht und erhielt einen Ort im Herzen der Gläubigen. Diese bisher vernachlässigte räumliche Dimension der Passionsfrömmigkeit ist das Thema des kunsthistorische, historische sowie literaturwissenschaftliche Beiträge umfassenden Bandes. Er verfolgt exemplarisch die Geschichte der zur Visualisierung der Passion Christi entwickelten Raumkonzepte und Raumsemantiken von der Spätantike bis zum 16. Jahrhundert.
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Die Autorinnen und Autoren des Bandes

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HANS AURENHAMMER: Studium in Wien und Venedig. Nach der Promotion (1985) über Altar und Altarbild in der venezianischen Renaissance Assistent, 1996 Assistenzprofessor und 2005–2008 ao. Professor in Wien. 2005 Habilitation über Albertis Theorie der historia. Gastprofessuren in Venedig, Berlin (FU), Dresden (TU) und Paris (EPHE). Seit 2008 Professor für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Renaissance an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 2009 Mitglied, seit 2013 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Studienzentrums in Venedig. Seit 2011 Mitglied des Leitungsgremiums des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften (Universität Frankfurt). Forschungsschwerpunkte: Italienische Kunst und Architektur der Renaissance, Geschichte der Kunst- und Architekturtheorie, Geschichte und Methodologie der Kunstgeschichtswissenschaft.

DANIELA BOHDE: 1999 Promotion in Kunstgeschichte an der Universität Hamburg. 2001–2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Universität Frankfurt, dort 2009 Habilitation. 2010/11 Samuel H. Kress Senior Fellow am CASVA, Washington DC mit dem Projekt „Disarray on Calvary – Passion Scenes in Early Sixteenth-Century German Art“. Anschließend Vertretung des Lehrstuhls für Frühe Neuzeit an der Universität Basel, gegenwärtig Vertretungsprofessorin für nordalpine Kunstgeschichte an der Universität Marburg. Publikationen zur Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit (u. a. Haut, Fleisch und Farbe. Körperlichkeit und Materialität in den Gemälden Tizians, Emsdetten/Berlin 2002) und zur Wissenschaftsgeschichte und Methodik der Kunstgeschichte (u. a. Kunstgeschichte als physiognomische Wissenschaft. Kritik einer Denkfigur der 1920er bis 1940er Jahre, Berlin 2012).

JASON DI RESTA is a Research Associate...

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