Show Less
Restricted access

Im Nadelkorsett auf Tournee – Metaphern-Akkommodation im Therapiegespräch

Series:

Sarah King

Das Thema dieser Arbeit ist die Angleichung oder Nichtangleichung (Akkommodation) verbaler und gestischer Metaphern zwischen Patient und Therapeut in der Psychotherapie. Den theoretischen Ausgangspunkt bildet ein kognitiv-linguistischer Ansatz: Unsere Wahrnehmung von der Welt, wie wir denken und handeln, wie wir uns auf andere beziehen oder uns anderen gegenüber ausdrücken – das alles beruht auf metaphorischen Konzepten. Die Autorin stellt vorerst die theoretischen Grundlagen vor und wendet die Theorie schliesslich praktisch an, indem sie ein Fallbeispiel gesprächsanalytisch untersucht. Als Fallbeispiel dient die Langzeitpsychotherapie einer Patientin mit einer Borderline-Problematik. Sechs audiovisuell aufgezeichnete Therapiestunden aus dem Beginn, dem mittleren Teil und dem Ende der Therapie werden im vorliegenden Band metaphernanalytisch untersucht. Zusätzlich führt die Autorin bei einzelnen auffälligen Sequenzen eine gestische Metaphernanalyse durch. Die Arbeit liefert einen Beitrag an die Grundlagen- und interdisziplinäre Forschung.
Show Summary Details
Restricted access

4. Fazit: Metapherngebrauch als Heilungsindikator?

Extract



Nach der ausführlichen Darstellung der in der Fallstudie erzielten Ergebnisse in Kapitel 3 folgt in diesem Kapitel eine Schlussinterpretation zu den Fragestellungen, die den Anstoss für die vorliegende Untersuchung gaben (4.1).67 Im Verlauf der Arbeit wurden die Eingangsfragen modifiziert und weiterentwickelt, was in der Zusammenfassung der Arbeit reflektiert wird (4.2). Implikationen für die weitere Forschungstätigkeit im Bereich Akkommodation von Metaphern und Gestik im psychotherapeutischen Bereich bilden schliesslich den Abschluss dieser Untersuchung (4.3).

4.1 Schlussinterpretation

Den Ausgangspunkt der Untersuchungen bildeten die folgenden offen formulierten Fragen:

Die Auswertung der Fallstudie zeigte, dass die Akkommodation zwischen der Patientin und dem Therapeuten bezüglich ihrer Metaphern auf mehreren Ebenen stattfand: ← 225 | 226 →

Gestisch

Die Patientin und der Therapeut verwendeten gestische Metaphern, die denselben Quell- und Zielbereich haben (z.B. KOMMUNIKATION IST KAMPF, das Knie als Schutzschild) oder einen unterschiedlichen Quell- und denselben Zielbereich (BRETT vs. SCHEIBENWISCHER VOR DEM KOPF IST VERRÜCKTSEIN). Beobachtet wurden gestische Metaphern, die innerhalb derselben Sitzung entweder unmittelbar aufeinander oder nach einem gewissen Zeitabstand folgten. Die Akkommodation fand aber auch zwischen den Gesten derselben Person statt (z.B. verwendet der Therapeut mehrmals die gleiche EXKREMENT-Metapher, also die Katze, die er am Kopf packt), dies innerhalb einer Sitzung sowie über die Sitzung hinweg.

Die Fallstudie bestätigte die Ansicht von Cienki und Müller (2008), dass sich gestische Metaphern nicht auf die von McNeill (1992) beschriebene Kategorie „metaphorics“ beschränken. Wie angenommen können...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.