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Im Nadelkorsett auf Tournee – Metaphern-Akkommodation im Therapiegespräch

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Sarah King

Das Thema dieser Arbeit ist die Angleichung oder Nichtangleichung (Akkommodation) verbaler und gestischer Metaphern zwischen Patient und Therapeut in der Psychotherapie. Den theoretischen Ausgangspunkt bildet ein kognitiv-linguistischer Ansatz: Unsere Wahrnehmung von der Welt, wie wir denken und handeln, wie wir uns auf andere beziehen oder uns anderen gegenüber ausdrücken – das alles beruht auf metaphorischen Konzepten. Die Autorin stellt vorerst die theoretischen Grundlagen vor und wendet die Theorie schliesslich praktisch an, indem sie ein Fallbeispiel gesprächsanalytisch untersucht. Als Fallbeispiel dient die Langzeitpsychotherapie einer Patientin mit einer Borderline-Problematik. Sechs audiovisuell aufgezeichnete Therapiestunden aus dem Beginn, dem mittleren Teil und dem Ende der Therapie werden im vorliegenden Band metaphernanalytisch untersucht. Zusätzlich führt die Autorin bei einzelnen auffälligen Sequenzen eine gestische Metaphernanalyse durch. Die Arbeit liefert einen Beitrag an die Grundlagen- und interdisziplinäre Forschung.
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Es ist nicht leicht, dem Wert einer Arbeit gerecht zu werden, die einen innovativen, über Fachgrenzen hinausgehenden Ansatz verfolgt. Dies habe ich mir vor einigen Jahren gedacht, als ich zum ersten Mal mit dem Anliegen von Sarah King konfrontiert wurde, mittels linguistischer Analysen psychotherapeutische Veränderungsprozesse zu untersuchen. Aufgewachsen in einer Tradition der empirischen Prozessforschung und vertraut damit, dem Therapieprozess mit Fragebögen, Beobachtungsinstrumenten und Videoanalysen auf die Spur zu kommen, empfand ich den qualitativen Ansatz, diesen Prozess über den Gebrauch von Metaphern besser zu verstehen, zunächst als wenig erhellend. Wie ich mich da täuschen sollte!

Sarah King beschreitet mit ihrer Fragestellung von der Forschung weitgehend unberührte Pfade. In ihrer Arbeit verwendet sie linguistische Konzepte, um die Angleichung von Patient und Therapeut zu beschreiben. Die Übernahme von sprachlichen Mustern und nonverbaler Gestik stellt sich als Hinweis auf den Veränderungsprozess heraus, dem sich Patienten während einer Therapie unterziehen. Mit ihrem interdisziplinären Ansatz greift die Autorin ein Forschungsfeld auf, dass vor über 30 Jahren von Labov und Fanshel (1977) in ihrem Buch „Therapeutic discourse. Psychotherapy as conversation“ begründet wurde, mittels linguistischer Methoden den Prozess einer Psychotherapie zu erfassen.

Der Anspruch, die Forschungsfelder unterschiedlicher Disziplinen zu verbinden, stellt grosse Anforderungen an jeden Forscher, wird er doch mit unterschiedlichen Massstäben gemessen. Es erfordert höchsten Einsatz, um an diesem Anspruch nicht zu scheitern und um eine klare Fragestellung zu formulieren, die sich auch operationalisieren und überprüfen lässt. Sarah...

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