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Paradigmen der Kunstbetrachtung

Aktuelle Positionen der Rezeptionsästhetik und Museumspädagogik

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Edited By Peter J. Schneemann

Die vorliegende Publikation analysiert aktuelle Modelle der Kunstbetrachtung. Welche Vorstellungen einer idealen Beziehung zwischen Werk und Rezipienten haben sich als Leitbilder erwiesen? Erstmalig wird eine Differenzierung der von den jeweiligen Protagonisten verfolgten Interessen geleistet. In welchem Verhältnis stehen künstlerische und institutionelle Zielsetzung der Betrachterführung?
Die Beiträge internationaler Experten verfolgen künstlerische Konzeptionen ebenso wie Projekte der Vermittlung und methodologische Implikationen einer Kunstwissenschaft, die sich auf die Rezeptionsästhetik beruft.
Durch Fallstudien und pointierte Diskussionen wird die Tragweite der Fragestellung deutlich: Welche Freiheit wird der Figur des Betrachters zugebilligt, der doch als konstitutive Instanz für den Kunstbegriff so mächtig zu sein scheint?
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Kunstbetrachtung im Modus der Performance. Falke Pisanos Chillida (Form and Feelings)

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Kunstbetrachtung im Modus der Performance. Falke Pisanos Chillida (Forms and Feelings)

EVA KERNBAUER

Dass Kunstbetrachtung gegenwärtig den Status eines kunstwissenschaftlichen Kernproblems erlangt hat, ist nur konsequent, greifen doch Aspekte der Konzeption, der Installation und der Vermittlung künstlerischer Arbeiten direkt ineinander. Rezeption ist nicht einfach als ein Faktor greifbar, der erst »nach« der Präsentation einer Arbeit wirksam wird; stattdessen werden Fragen der Steuerung der Wahrnehmung und Lektüre künstlerischer Arbeiten bereits in Werkkonzeptionen angesprochen und verhandelt. Angesichts der hohen Bedeutung der Einbeziehung von Betrachterpositionen mag es daher überraschen, dass Kunstbetrachtung selten zum explizit ausformulierten Thema künstlerischer Arbeiten gemacht wird. Eine Ausnahme sind die Arbeiten der niederländischen Künstlerin Falke Pisano (*1978), die sich in einer Reihe von Lecture Performances und Videoarbeiten mit den Rollen von Kunstbetrachter/innen und Künstler/innen und der gegenseitigen Transformation von Objekten und Subjekten im Zuge des Rezeptionsvorgangs auseinandergesetzt hat. Der folgende Beitrag stellt Pisanos künstlerische Arbeiten zur Kunstbetrachtung anhand der Video/Lecture Performance Chillida (Forms and Feelings) vor und erörtert die – teils von der Künstlerin selbst markierten – Grenzen eines solchen Unterfangens, beinhaltet dieses doch die paradoxe Aufgabe der historischen Reflexion eines Phänomens, dem auch die Künstlerin ausgesetzt ist, wenngleich unter völlig veränderten Voraussetzungen. ← 41 | 42 →

Rezeption als Werkbestandteil

Innerhalb welcher komplexen Situation Pisano ihre Auseinandersetzung mit Kunstbetrachtung positioniert, wird schon anhand eines kurzen – notwendig äußerst kursorischen – Blicks auf die zeitgenössische Situation deutlich. Ganz gleich, ob...

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