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Paradigmen der Kunstbetrachtung

Aktuelle Positionen der Rezeptionsästhetik und Museumspädagogik

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Edited By Peter J. Schneemann

Die vorliegende Publikation analysiert aktuelle Modelle der Kunstbetrachtung. Welche Vorstellungen einer idealen Beziehung zwischen Werk und Rezipienten haben sich als Leitbilder erwiesen? Erstmalig wird eine Differenzierung der von den jeweiligen Protagonisten verfolgten Interessen geleistet. In welchem Verhältnis stehen künstlerische und institutionelle Zielsetzung der Betrachterführung?
Die Beiträge internationaler Experten verfolgen künstlerische Konzeptionen ebenso wie Projekte der Vermittlung und methodologische Implikationen einer Kunstwissenschaft, die sich auf die Rezeptionsästhetik beruft.
Durch Fallstudien und pointierte Diskussionen wird die Tragweite der Fragestellung deutlich: Welche Freiheit wird der Figur des Betrachters zugebilligt, der doch als konstitutive Instanz für den Kunstbegriff so mächtig zu sein scheint?
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Hitchcocks Doppelgänger

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THOMAS MACHO

1

Kaum ein Regisseur der Filmgeschichte hat so viele Remakes seiner Werke provoziert wie Alfred Hitchcock. Die Liste ist lang: THE LODGER (1926) wurde viermal neu verfilmt und zwar von Maurice Elvey (1932), John Brahm (1944), Hugo Fregonese (1953) und David Ondaatje (2009); THE THIRTY-NINE STEPS (1935) dreimal, nämlich von Ralph Thomas (1959), Don Sharp (1978) und James Hawes (2008); THE LADY VANISHES (1938) ebenfalls dreimal, von Terence Fisher (1950), Anthony Page (1979) und Robert Schwentke (2005). Jeweils zwei Remakes erzielten SHADOW OF A DOUBT (1943), NOTORIOUS (1946), DIAL M FOR MURDER (1954), REAR WINDOW (1954) und THE BIRDS (1963); und einige weitere Filme – wie EASY VIRTUE (1927), SABOTAGE (1936), REBECCA (1940), LIFEBOAT (1943) oder PSYCHO (1960) inspirierten zumindest eine weitere Verfilmung. Erwähnenswert sind darüber hinaus zahlreiche Sequels und Prequels (vor allem zu PSYCHO); besonders hervorgehoben zu werden verdient schließlich das Farb-Remake von PSYCHO, das Gus van Sant 1998 – Einstellung für Einstellung – drehte, und in gewisser Hinsicht auch das Remake von NOTORIOUS, das John Woo in den zweiten MISSION IMPOSSIBLE-Spielfilm (2000) geradezu als Hommage an Hitchcock einschmuggelte.

An dieser Flut von Remakes ist vielleicht weniger interessant, dass die zahlreichen Zweit-, Dritt- oder Viertfassungen kaum jemals das Niveau Hitchcocks erreichten; gewiss hat Georg Seeßlen Recht, wenn er seine Interpretation der Remakes unter die programmatische Titelbehauptung stellt: Mr. Hitchcock Would Have Done It Better.1 Aber was ist mit dieser Einsicht gewonnen? Interessanter ist die Frage nach...

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