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Paradigmen der Kunstbetrachtung

Aktuelle Positionen der Rezeptionsästhetik und Museumspädagogik

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Edited By Peter J. Schneemann

Die vorliegende Publikation analysiert aktuelle Modelle der Kunstbetrachtung. Welche Vorstellungen einer idealen Beziehung zwischen Werk und Rezipienten haben sich als Leitbilder erwiesen? Erstmalig wird eine Differenzierung der von den jeweiligen Protagonisten verfolgten Interessen geleistet. In welchem Verhältnis stehen künstlerische und institutionelle Zielsetzung der Betrachterführung?
Die Beiträge internationaler Experten verfolgen künstlerische Konzeptionen ebenso wie Projekte der Vermittlung und methodologische Implikationen einer Kunstwissenschaft, die sich auf die Rezeptionsästhetik beruft.
Durch Fallstudien und pointierte Diskussionen wird die Tragweite der Fragestellung deutlich: Welche Freiheit wird der Figur des Betrachters zugebilligt, der doch als konstitutive Instanz für den Kunstbegriff so mächtig zu sein scheint?
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No more answers – Die Diskussion zum Schluss

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MARIANNE WAGNER

Kommentierende Künstler/innen

Das Verhältnis von Zuschauer/innen und Performer/innen ist bestimmt durch deren Wechselbeziehungen zum Kunstwerk. Dieses stellt das wesentliche Interaktionsmoment dar, welches von positiven und negativen Emotionen begleitet wird und von direkter Ergriffenheit bis hin zu völliger Verständnislosigkeit reicht. So wie sich Performer/innen ein Bild vom Publikum und dessen Wahrnehmung imaginieren, entwerfen Adressat/innen sich ein Bild vom Künstlersubjekt und seiner Produktion. Kulturinstitutionen stillen die dabei vor allem beim Publikum entstehenden Erwartungshaltungen durch ein breites Spektrum von Gesprächsformaten. Neben dem Angebot sich der Kunst durch Dritte mittels Führungen, Vorträgen oder Workshops zielgruppengerecht anzunähern, scheinen in institutionellen Programmen vor allem die Künstler/innen selbst als ideale Vermittlerfiguren verankert zu sein und werden als Deuter/innen ihrer Werke avisiert.

Der Kunstbetrieb kennt eine Reihe von Künstler/innen-Selbstaussagen wie das Interview, den Artist Talk beziehungsweise das Künstlergespräch, die Publikumsdiskussion oder die Frage-Antwort-Runden nach Live-Auftritten. Spätestens seit Giorgio Vasaris Viten stützt sich die Kunstgeschichte auf eine beachtliche Anzahl von Interviewsammlungen. Sie werden als Zeugnisse herangezogen sowie als zitierfähige Quellen ausgewertet, und die Bibliotheken weisen dem Format inzwischen eigene Signaturen zu. Gesprächs- beziehungsweise Interviewpartner sind meist Fachpersonen, die im Kunstbetrieb die Rolle von Kurator/innen oder Kritiker/innen bekleiden.1 ← 141 | 142 →

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