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Naturkunde im Wochentakt

Zeitschriftenwissen der Aufklärung

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Edited By Tanja van Hoorn and Alexander Košenina

In der Aufklärung wird umfassende Bildung über den Menschen, die Welt und die Kultur gefordert. Wissen über Astronomie, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Geologie oder Meteorologie vermitteln – vor der rasanten fachlichen Spezialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts – insbesondere Zeitschriften.
Seit etwa 1750 konkurrieren auf dem Buchmarkt unterschiedlichste Periodika – vermischte Magazine, Rezensionsjournale, Moralische Wochenschriften –, die in Fachstudien, populären Essays, Lehrgedichten oder fiktionalen Erzählungen naturkundliche Inhalte an eine nicht minder vielfältige Leserschaft vermitteln. So entsteht eine populäre, öffentliche Akademie der Natur für das interessierte Bürgertum.
Der vorliegende Band sondiert dieses noch weitgehend unerschlossene Feld naturkundlichen Zeitschriftenwissens des 18. Jahrhunderts.
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Jährlich, neulich, künftig: Zur Synchronisierung von kanonisiertem, aktuellem und zukünftigem Wissen aus der Naturkunde in Kalendarik und Prognostik des „Göttinger Taschen-Calenders“: Gunhild Berg

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Ein physikalischer Almanach oder Taschenbuch für Physiker könnte noch ein nützliches Buch werden. Der Calender enthielte bloß den Gregorianischen und allenfalls noch den Julianischen, aber Alles kurz. Keine Nahmen der Heiligen – denn was sollen die Heiligen in der Physik? – sondern bloß die Zeichen mit den Hauptfesten und den Nahmen der Sonntage, ganz kurz und mit verständlichen Abbreviaturen. Hinter den Monathstagen könnten leicht 7 Columnen verzeichnet werden für 3 Barometer- und 3 Thermometer-Beobachtungen täglich, und die siebente für den Wind, der am längsten gedauert hat. Auf dem Blatte gegenüber könnte man die Witterung und andere physikalische Vorfälle einzeichnen, auch herrschende Krankheiten. Vielleicht fände sich auch da noch eine Columne für die Zeitgleichung. Nähme man zu jedem Monathe 4 Seiten […], so könnten noch eine Menge von Dingen angebracht werden: Mondwechsel, Tagesanbruch und dergleichen. Anstatt der großen Herren […] würde nach alphabetischer Ordnung der Länder Geburt, Verdienst, Sterbejahr u.s.w. von großen verstorbenen Physikern in sehr bündiger Kürze angegeben, die Astronomen mit eingerechnet. Am Ende gäbe man das genaueste Verzeichniß der Fuße, Thermometer-Scalen u.s.w. Die ausgearbeiteten Artikel wären nun die Hauptsache. Erst alle die vorzüglichsten Erfindungen in der Physik. Hierbey könnten Kupferstiche kommen. Preise der nöthigsten Instrumente in Deutschland, England und Frankreich. Beschreibung eines physikalischen Apparats. – Leben von großen Physikern, zumahl den neuern.1

Georg Christoph Lichtenberg entwirft hier eine Kalenderkonzeption, die die übliche Aufteilung...

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