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Naturkunde im Wochentakt

Zeitschriftenwissen der Aufklärung

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Tanja van Hoorn and Alexander Košenina

In der Aufklärung wird umfassende Bildung über den Menschen, die Welt und die Kultur gefordert. Wissen über Astronomie, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Geologie oder Meteorologie vermitteln – vor der rasanten fachlichen Spezialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts – insbesondere Zeitschriften.
Seit etwa 1750 konkurrieren auf dem Buchmarkt unterschiedlichste Periodika – vermischte Magazine, Rezensionsjournale, Moralische Wochenschriften –, die in Fachstudien, populären Essays, Lehrgedichten oder fiktionalen Erzählungen naturkundliche Inhalte an eine nicht minder vielfältige Leserschaft vermitteln. So entsteht eine populäre, öffentliche Akademie der Natur für das interessierte Bürgertum.
Der vorliegende Band sondiert dieses noch weitgehend unerschlossene Feld naturkundlichen Zeitschriftenwissens des 18. Jahrhunderts.
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Beobachtungen, Bemerkungen und Anekdoten zur ,Verbesserung‘ der Naturgeschichte Johann Ernst Immanuel Walchs „Der Naturforscher“: Michael Bies

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Am 10. Juli 1773 erscheint in der von Friedrich Heinrich Wilhelm Martini (1729–1778) herausgegebenen Berliner Wochenschrift Neue Mannigfaltigkeiten eine Anzeige, die unter dem Titel Gelehrte Nachricht über die Gründung eines neuen Periodikums informiert. In diesem Text, der unterschrieben ist von der Witwe des 1772 verstorbenen Halleschen Verlegers Johann Justinus Gebauer und seinem Sohn Johann Jakob Gebauer,1 heißt es:

Die Naturkunde hat in unsern Zeiten so viel Freunde und Liebhaber gefunden, daß man sich um die Wette beeifert hat, ihre Wißbegierde auf allerley Arten zu unterhalten. Der Beyfall, mit dem man alle dahin abzielende Bemühungen gelehrter Naturkundiger aufgenommen hat, läßt uns hoffen, daß man solchen ebenfalls einer periodischen Schrift gönnen werde, die die mehrere Ausbreitung der Kenntnisse dieser Art zur Absicht hat. Fast jede Wissenschaft hat gegenwärtig ein für sie besonders bestimmtes Journal, das nach Beschaffenheit seiner Einrichtung und Ausführung mehr oder weniger zu ihrer Verbesserung beyträgt. Warum sollte nicht auch die Naturkunde ihr eigenes haben?2

Diese Ausführungen sind bereits bemerkenswert, weil sie auf die große Anzahl und die fortgeschrittene Spezialisierung der zeitgenössischen wissenschaftlichen Zeitschriften verweisen und betonen, „fast jede Wissenschaft“ habe „gegenwärtig ein für sie besonders bestimmtes Journal“. Wichtig ist hier das „fast“. Denn mit der ‚Naturkunde‘ oder, wie es meist synonym heißt, ‚Naturgeschichte‘ wird in der zitierten Passage ein Feld identifiziert, ← 121 | 122 → das durch wissenschaftliche Zeitschriften noch nicht ausreichend bearbeitet worden sei. Zugleich geben die...

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