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Naturkunde im Wochentakt

Zeitschriftenwissen der Aufklärung

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Edited By Tanja van Hoorn and Alexander Košenina

In der Aufklärung wird umfassende Bildung über den Menschen, die Welt und die Kultur gefordert. Wissen über Astronomie, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Geologie oder Meteorologie vermitteln – vor der rasanten fachlichen Spezialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts – insbesondere Zeitschriften.
Seit etwa 1750 konkurrieren auf dem Buchmarkt unterschiedlichste Periodika – vermischte Magazine, Rezensionsjournale, Moralische Wochenschriften –, die in Fachstudien, populären Essays, Lehrgedichten oder fiktionalen Erzählungen naturkundliche Inhalte an eine nicht minder vielfältige Leserschaft vermitteln. So entsteht eine populäre, öffentliche Akademie der Natur für das interessierte Bürgertum.
Der vorliegende Band sondiert dieses noch weitgehend unerschlossene Feld naturkundlichen Zeitschriftenwissens des 18. Jahrhunderts.
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Die „Allgemeinen Geographischen Ephemeriden“ (1798–1831) im Kontext der Zeitschriftenliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts: Andreas Christoph

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Um 1800 war Weimar eine Hochburg geographisch-kartographischer Verlagsprodukte. Dies ist mit den Unternehmungen des Verlegers Friedrich Justin Bertuch (1747–1822), wie dem 1791 gegründeten „Landes-Industrie-Comptoir“ und dem „Geographischen Institut“, das ab 1804 existierte, eng verbunden. Karten, Atlanten und Globen sowie eine umfangreiche Palette von allgemeinwissenschaftlichen und fachspezifischen Publikationen bildeten bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Schwerpunkt des Verlagsgeschäfts. Besonderes Augenmerk wurde einer Zeitschrift zuteil,1 die Elemente allgemeinverständlicher Wissensverbreitung mit akribisch recherchierten, astronomisch fundierten und kartographisch illustrierten Fachbeiträgen verband: den Allgemeinen Geographischen Ephemeriden (AGE).

Es ist ohnehin eines jeden Herausgebers erste Pflicht, bey der Eröffnung einer neuen periodischen Zeitschrift seine Leser mit der Veranlassung, mit dem Plane und mit dem Endzwecke derselben näher bekannt zu machen.2

So schrieb der Astronom Franz Xaver von Zach (1754–1832) im Januar 1798 in der Erstausgabe des Periodikums und ließ auf diese Eingangsbemerkung eine 50-seitige Einleitung folgen, um den potentiellen Käufern und möglichen Abonnenten das inhaltliche Spektrum der konzipierten Fachzeitschrift darzulegen. Wissenschaftliche Diskurse, Unterhaltungen und Illustrationen in Geographie, Astronomie und Statistik sollten der maßgebliche In ← 179 | 180 → halt sein. Zach hatte im Bereich der astronomischen Zeitschrift bereits in den 1790er Jahren Erfahrungen sammeln können; er lieferte Beobachtungsberichte und Auszüge aus seiner internationalen Korrespondenz für die Supplementbände zu Johann Elert Bodes (1747–1826) Berliner Astronomischem Jahrbuch.3 Dort erschien 1797 auch eine Ankündigung einer neuen geographischen Zeitschrift. Zach beabsichtigte „das Landcharten-Wesen und die Recensionen derselben zu übernehmen...

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