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Naturkunde im Wochentakt

Zeitschriftenwissen der Aufklärung

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Edited By Tanja van Hoorn and Alexander Košenina

In der Aufklärung wird umfassende Bildung über den Menschen, die Welt und die Kultur gefordert. Wissen über Astronomie, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Geologie oder Meteorologie vermitteln – vor der rasanten fachlichen Spezialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts – insbesondere Zeitschriften.
Seit etwa 1750 konkurrieren auf dem Buchmarkt unterschiedlichste Periodika – vermischte Magazine, Rezensionsjournale, Moralische Wochenschriften –, die in Fachstudien, populären Essays, Lehrgedichten oder fiktionalen Erzählungen naturkundliche Inhalte an eine nicht minder vielfältige Leserschaft vermitteln. So entsteht eine populäre, öffentliche Akademie der Natur für das interessierte Bürgertum.
Der vorliegende Band sondiert dieses noch weitgehend unerschlossene Feld naturkundlichen Zeitschriftenwissens des 18. Jahrhunderts.
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Naturkunde im Wochentakt Zeitschriftenwissen der Aufklärung Editorial

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Neue physikalische Belustigungen, Der Naturforscher, Göttingisches Magazin der Wissenschaften und der Literatur – schon die Titel vieler populärwissenschaftlicher und gelehrter deutschsprachiger Zeitschriften des 18. Jahrhunderts zeugen vom eminenten Interesse an wissenschaftlichen und insbesondere naturkundlichen Fragestellungen. Insekten-Betrachtungen per Mikroskop, Weltallforschung mit dem Fernrohr und all das im Dienste Gottes und fast jede Woche neu: Naturforschung ist seit der Frühaufklärung en vogue und spielt in den meinungsführenden Periodika des 18. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Abhandlungen zur Pflanzen- und Tierkunde, Beiträge zur Geologie, Geographie, Physik und Chemie werden flankiert durch – sei es sensationslüsterne, sei es um Seriosität bemühte – Blicke auf spektakuläre und rätselhafte Phänomene. Während Nordlicht, Elektrizität und Magnetismus gerade deshalb so interessant sind, weil sie einen Raum des Nichtwissens eröffnen, in dem die Lust am Wunderglauben und das Streben nach anti-abergläubischer Aufklärung aufeinander treffen, können Neuigkeiten von Tieren ferner Länder oder den ‚Wilden‘ aufgrund ihrer Fremdheit auf ein breiteres Interesse hoffen. Doch bereits den Inhaltsverzeichnissen der Zeitschriften ist zu entnehmen: Auch für Berichte über das ganz Normale vor der eigenen Haustür, über lokale Gesteinsformationen, Obstbaumzucht oder Allerweltstiere gibt es offensichtlich einen Markt.

Der vorliegende Band untersucht dieses unterschätzte Textkorpus und seine Wirkung (auf die Disziplinengeschichte, die ‚schöne‘ Literatur sowie das aufzuklärende Publikum). Die Beiträger – Buchgeschichtler, Wissenschaftshistoriker und Literaturwissenschaftler – begeben sich auf das Feld naturkundlich spezialisierter Periodika einerseits und Zeitschriften mit breiter Mischkonzeption andererseits (Periodika mit ausdr...

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