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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXVII. Jahrgang / 2015

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Dieser Jahrgangsband der Simpliciana enthält elf Vorträge, die während der Tagung zum Thema Grimmelshausens Der seltzame Springinsfeld Mitte Juni 2015 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Sieben weitere Beiträge ergänzen das neue Jahrbuch. Die Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» bietet Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler, zu anderen Autoren und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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Norbert Bastwöste: Die Courasche bei Grimmelshausen.

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Hamburg: Verlag Dr. Kovač 2014 (Poetica 127). 166 S.

Der Verfasser verfolgt die Absicht, sich kritisch mit einigen Deutungsansätzen zum Courasche-Roman zu befassen. Dabei konzentriert sich die Darstellung als „Überblickswerk, das eine erste Orientierung schaffen und auf grundlegende Probleme der Grimmelshausenforschung hinweisen will“ (S. 9), zumeist lediglich auf ältere Studien von Mathias Feldges, Andreas Solbach und Ida Vemmelund.1 In den Mittelpunkt der Monographie rücken gattungstypologische Fragestellungen, etwa die Einordnung der Courasche in die Tradition des Pikaro- bzw. Schelmenromans und die Auffassung der Romanprotagonistin als zwischen „Typus“ und „Charakter“ changierende Figur. In diesem Zusammenhang vermißt man eine den poetologisch relevanten Hintergrund erhellende Auseinandersetzung mit potentiellen Prätexten, z. B. mit der Landstörtzerin Iustina Dietzin Picara von Franciscus López de Úbeda (dt., Frankfurt a. M. 1626–1627).

Der simplicianische Erzähler verfahre in der Gestaltung seiner Romanfiguren und Handlungsverläufe angeblich „völlig frei“ (S. 110), was zu Unstimmigkeiten, Widersprüchen und Brüchen in den Romanbiographien, der Handlungsführung und Figurenzeichnung führe. Auf diese Weise offeriere der Roman mehrere differente Bilder der Courasche, die wiederum fortwährend konterkariert würden. Bastwöste geht einigen Entwürfen der vieldeutigen Figur nach und weist auf Brechungen hin: die erfolgreiche Titelheldin und das betrogene Opfer, die begehrenswerte und die verschmähte Schönheit, die selbstbewußte Sünderin und die gottlos-geldgierige Hexe, die kritische Mahnerin, die einsichtige Sünderin und der leichtfertige Charakter (S. 90–111).

Längst überholte Positionen der Forschung...

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