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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXVII. Jahrgang / 2015

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Dieser Jahrgangsband der Simpliciana enthält elf Vorträge, die während der Tagung zum Thema Grimmelshausens Der seltzame Springinsfeld Mitte Juni 2015 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Sieben weitere Beiträge ergänzen das neue Jahrbuch. Die Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» bietet Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler, zu anderen Autoren und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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Gábor Tüskés: Zur Metamorphose des Schelms im modernen Roman. Jenö J. Tersánsky: Marci Kakuk.

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Gábor Tüskés: Zur Metamorphose des Schelms im modernen Roman. Jenö J. Tersánsky: Marci Kak.uk. Im Auftrag der Grimmelshausen-Gesellschaft hrsg. von Peter Heßelmann. Münster: Monsenstein und Vannerdat 2015 (Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster. Reihe XII 14). 102 S., 11 Abb.

Die informative Broschüre stellt einen ungarischen Romanzyklus vor, der dem deutschsprachigen Publikum bislang nur in einer problematischen Teilübersetzung zugänglich ist. Referiert werden die Biografie des Verfassers sowie die Entstehung, Handlung und Figurenkonstellation des Zyklus. Hinzu kommen Angaben zur Poetik, Erzählweise und Übersetzungsgeschichte. In der Gesamtausgabe von 1950 besteht der Zyklus aus sieben Teilen, die zwischen 1920 und 1941 in loser Folge entstanden waren, nachdem die Titelfigur bereits 1913, in der Vorläufer-Erzählung Weihnachten bei Gyuri Ruska, ihren ersten Auftritt hatte.

Jenö Tersánsky, der Urheber des Marci Kakuk, wurde 1888 geboren, starb 1966 und galt zu seinen Lebzeiten als Bohemien. An der bürgerlichen Gesellschaft störte ihn vor allem, dass sie geist- und lustfeindlich eingestellt war. Sein Humanismus speiste sich jedenfalls „aus der Überzeugung, dass jedes Lebewesen schon dadurch glücklich sein sollte, dass es lebt, aber die Gesellschaft diese fundamentale Lust am Leben immer wieder verhindert.“ (S. 97) Dieser Haltung entspricht die Figurenkonstellation insofern, als der Held eher eine moderate, menschliche Variante des Schelms darstellt, während sein Gefährte Soma kontrastiv als gemeiner Schalk gezeichnet wird, dem es an Empathie, an Mit-Menschlichkeit fehlt. Beide Figuren lehnen sich an reale Vorbilder an, einen...

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