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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXV. Jahrgang / 2013

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In Band 35 (2013) der Simpliciana werden sechzehn Vorträge veröffentlicht, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Der Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2013 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus erscheinen in diesem Jahrbuch drei weitere Beiträge zum Werk des simplicianischen Autors und ein Aufsatz zum Fortleben der Figur des deutschen Michels in Karikatur und Volkskunde in Böhmen. Der Rezensionsteil berichtet wie gewohnt über Neuerscheinungen zu Grimmelshausen und zur Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit.
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Grimmelshausen und die Sprachtheorie seiner Zeit: Rosmarie Zeller

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ROSMARIE ZELLER (Basel)

Grimmelshausen und die Sprachtheorie seiner Zeit

Grimmelshausen greift mit seiner Schrift des Teutschen Michel offenbar eine Diskussion auf, die in den Vierziger- und Fünfzigerjahren des 17. Jahrhunderts virulent war. In der Tat erschienen damals eine Reihe von Sprachschriften, allen voran natürlich die Teutsche Sprachkunst von Justus Georg Schottelius und Deutscher Sprachlehre Entwurf von Christian Gueintz, der er dann 1645 seine Rechtschreibelehre folgen ließ.1 1643 hat Philipp von Zesen seine Hooch-deutsche Spraach-Übung, 1651 seinen Rosen-Mand publiziert,2 die sich der Aufwertung der deutschen Sprache widmen, sich aber auch mit der Fremdwörterproblematik befassen. Es ist sicher kein Zufall, dass das Flugblatt mit dem Titel Der deutsche Michel das Druckjahr 1642 umschreibt mit „Getruckt im Jahr, da die teutsch Sprach verderbt war/ 1642.“3 Moscheroschs erster Teil der Gesichte des Philander von Sittewald, welcher sich ebenfalls mit dem à-la-mode-Phänomen befasst, ist 1640 erschienen. Ebenfalls 1642 hat Johann Rist seinen Baptistae Armati, Vatis Thalosi. Rettung der Edlen Teutschen Hauptsprache/ wieder alle deroselben muhtwillige Verderber und alamodisirende Auffschneider […] publiziert.4 Und schließlich hat Georg Philipp Harsdörffer 1644 in der 2. Auflage des 1. Teils seiner Frauenzimmer-Gesprächspiele die Schutzschrift/ für Die Teutsche Spracharbeit veröffentlicht und auch in den andern Teilen der Gesprächspiele werden immer wieder Fragen ← 63 | 64 → wie Wortzusammensetzungen, Ableitungen und Fremdwörtergebrauch diskutiert.5 1646 hat er alle diese Fragen in seinem Specimen Philologiae Germaniae wieder aufgenommen und breiter ausgeführt.6 Mit dem Erscheinen von Schottelius’ Ausf...

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