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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXV. Jahrgang / 2013

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In Band 35 (2013) der Simpliciana werden sechzehn Vorträge veröffentlicht, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Der Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2013 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus erscheinen in diesem Jahrbuch drei weitere Beiträge zum Werk des simplicianischen Autors und ein Aufsatz zum Fortleben der Figur des deutschen Michels in Karikatur und Volkskunde in Böhmen. Der Rezensionsteil berichtet wie gewohnt über Neuerscheinungen zu Grimmelshausen und zur Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit.
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Wie „teutsch“ ist Grimmelshausens Teutscher Michel?: Timothy Sodmann

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TIMOTHY SODMANN (Südlohn-Oeding)

Wie „teutsch“ ist Grimmelshausens Teutscher Michel?

Vom Teutschen Michel, Grimmelshausens locker-humorvoller Auseinandersetzung mit den Sprachproblemen seiner Zeit, ist – soweit bisher bekannt – nur eine Ausgabe zu Lebzeiten des Verfassers erschienen, ein schmales Duodez-Bändchen, das aus fünf Bogen unterschiedlicher Länge mit insgesamt 62 Blättern oder 124 Seiten besteht. Hinzu kommt das bekannte, wegen seiner größeren Breite gefalzte Titelkupfer (Frontispiz).1 Laut Chronogramm und zuweilen auch nach Ausweis der handschriftlichen Datierung zeitgenössischer Leser (etwa im Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek, München) ist das Werk im Jahre 1673 erschienen. Im Zuge einer langen – und teils auch recht polemischen – Diskussion wurde vor allem die Frage nach dem Erscheinungsort bzw. nach dem Verleger (Nürnberg bei Felßecker oder Straßburg bei Dollhopff) diskutiert. Erst seit der Entdeckung und Auswertung des bekannten Briefes von Quirin Moscherosch an Sigmund von Birken, aus dem hervorgeht, dass

der beruffene Simplicissimus, sonsten mein Nachbar, u. nur ein geringer Dorfschultes, aber ein Dauß Eß, u. homo Satyricus in folio, bey H. Felßeckern vor weynachten ein Tractätlein trucken lassen, deßen Titel des Teutschen Michels Sprachengepräng, nach art des Mahlers Farben gemäng,

liegen sowohl der Verleger als auch der Erscheinungsort und der monatsgenaue Publikationstermin fest.2 ← 83 | 84 →

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