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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXV. Jahrgang / 2013

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In Band 35 (2013) der Simpliciana werden sechzehn Vorträge veröffentlicht, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Der Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2013 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus erscheinen in diesem Jahrbuch drei weitere Beiträge zum Werk des simplicianischen Autors und ein Aufsatz zum Fortleben der Figur des deutschen Michels in Karikatur und Volkskunde in Böhmen. Der Rezensionsteil berichtet wie gewohnt über Neuerscheinungen zu Grimmelshausen und zur Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit.
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Polyhistorismus und Buntschriftstellerei. Populäre Wissensformen und Wissenskultur in der Frühen Neuzeit. Hrsg. von Flemming Schock. (Peter Heßelmann)

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Polyhistorismus und Buntschriftstellerei. Populäre Wissensformen und Wissenskultur in der Frühen Neuzeit. Hrsg. von Flemming Schock. Berlin, Boston: De Gruyter 2012 (Frühe Neuzeit 169). VIII, 280 S.

Der Sammelband widmet sich der vernachlässigten volkssprachlichen „Buntschriftstellerei“, die in der Frühen Neuzeit ein populäres Lektürereservoir der Wissenskultur und -literatur darstellte. Abseits der traditionellen Ordnungssysteme akademischer Enzyklopädik zielten die weitverbreiteten Texte auf die polyhistorischen Kenntnisbedürfnisse eines Publikums, das die Mixtur aus Unterhaltungs- und Bildungspublizistik zu schätzen wußte. Autoren wie Francisci, Happel, Harsdörffer, Lauremberg, Prätorius und Zeiller schrieben zahlreiche Best- und Longseller. Die dreizehn hier veröffentlichten Studien tragen dazu bei, die Bedeutung und Funktion eines spezifischen Genres von Wissensliteratur zu sondieren.

Flemming Schock steckt den Rahmen ab, in dem sich das Profil der „Buntschriftstellerei“ trotz aller Heterogenität konturiert. Die allgemeine und funktionale Gemeinsamkeit des Phänomens versucht er mit den Begriffen bunte Unordnung, Reduktion und Zeitkürzung sowie Medien- und Gattungskonvergenz zu markieren. Die Ästhetik zwangloser Reihung einer expandierenden Wissensfülle gehorcht Strukturmerkmalen der Vielfalt und Abwechslung. Damit verbindet sich ein Hang zur Verknappung der Wissensdiskurse auf serielle Kleintexte, die den Rezeptionsmodus einer kurzen Lektüre ermöglichen. Charakteristisch ist darüber hinaus die Konvergenz fiktionaler und nicht-fiktionaler Wissens- und Gattungsformen. Über die Gattungsgrenzen hinweg konnten wissenakkumulierende Romane, Erzählungen, Enzyklopädien, Zeitschriften und Zeitungen gleichermaßen als Nachschlagewerke für die Wissensermittlung fungieren.

Wilhelm Kühlmann verdeutlicht die bis in die Antike zur...

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