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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXV. Jahrgang / 2013

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In Band 35 (2013) der Simpliciana werden sechzehn Vorträge veröffentlicht, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Der Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2013 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus erscheinen in diesem Jahrbuch drei weitere Beiträge zum Werk des simplicianischen Autors und ein Aufsatz zum Fortleben der Figur des deutschen Michels in Karikatur und Volkskunde in Böhmen. Der Rezensionsteil berichtet wie gewohnt über Neuerscheinungen zu Grimmelshausen und zur Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit.
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Franz Callenbach (1663–1743). Acht Schulkomödien. Hrsg. von Reinhard Roth. (Peter Heßelmann)

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Franz Callenbach (1663–1743). Acht Schulkomödien. Hrsg. von Reinhard Roth. Edingen-Neckarhausen: Edition Ralf Fetzer 2010. 1000 S.

Der Jesuit Franz Callenbach (1663–1743) führte in den ersten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts mit seinen Schülern des kleinen Gymnasiums in der freien Reichsstadt Wetzlar, dem damaligen Sitz des Reichskammergerichts, satirische Komödien in lateinischer Sprache auf und übersetzte die Texte ins Deutsche. Acht Schulkomödien wurden erstmals 1714 anonym veröffentlicht und erlebten zahlreiche Auflagen.1 Die humorvollen gesellschaftskritischen Theaterstücke fanden zu Callenbachs Lebzeiten beim Theater- und Lesepublikum große Resonanz, gerieten im Laufe der Jahrhunderte jedoch immer mehr in Vergessenheit, bis sie nach fast 300 Jahren wieder ediert wurden. Es ist das Verdienst von Reinhard Roth und seines Verlegers, acht Schulkomödien nun in einem preiswerten, 1000 Druckseiten umfassenden Nachdruck herausgegeben zu haben (40,00 €), der auch in druck- und buchtechnischer Hinsicht ansprechend ist. Man vermißt allerdings ein kurzes Vor- oder Nachwort, das über die Biographie und das Werk Callenbachs orientiert.2

In den amüsanten Texten, die zwischen 1705 und 1712 entstanden, wird auf satirische Weise Kritik am absolutistischen Staat und an gesellschaftlichen Mißständen geübt. Sie zielt zunächst auf lokale Verhältnisse in Wetzlar, geht jedoch weit darüber hinaus und nimmt allgemeine Mängel in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Militär und Gesellschaft ins Visier. Eine kritische Problematisierung erfährt das Justizwesen, die Erosion der alten ständischen Ordnung durch Nobilitierung als Konsequenz der absolutistischen Staatsform, die Ämterpatronage,...

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