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Parlamentarische Repräsentationen

Das Bundeshaus in Bern im Kontext internationaler Parlamentsbauten und nationaler Strategien

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Edited By Anna Minta and Bernd Nicolai

Parlamente, als Orte einer demokratisch verfassten Legislative, stehen heute mehr denn je im Fokus politischer Prozesse. Jenseits tagespolitischer Aktivitäten der Parlamente bilden die Bauten dieser Institution mitsamt ihrer Ausstattung nationale Monumente, die häufig den Prozess der Nationenwerdung, das nationale Selbstverständnis oder dessen Brüche dokumentieren. Das Bundeshaus in Bern mit seiner 150-jährigen Geschichte stellt innerhalb Europas das herausragende Beispiel eines kontinuierlich weiter entwickelten Hauses dar. Dieser Bau mit seiner faszinierenden Baugeschichte und seinem weitgehend erhaltenen Bildprogramm wird im Umfeld bedeutender europäischer und nordamerikanischer Parlamentsbauten neu betrachtet.
Der vorliegende Sammelband stellt die 150-jährige Geschichte des Berner Bundeshauses vor und diskutiert es im Kontext internationaler Parlamentsbauten.
Die Beiträge entstanden im Zusammenhang mit der gleichnamigen, im Bundeshaus Bern vom 17.-19.10.2012 veranstalteten Tagung.
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ANDREAS KAERNBACH – Zeitgenössische Kunst im Deutschen Bundestag Ein Weg zur Identitätsbildung?

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Zeitgenössische Kunst im Deutschen Bundestag Ein Weg zur Identitätsbildung?



Andreas Kaernbach

Vermag zeitgenössische Kunst in einem Parlament einen eigenständigen Beitrag zur Identitätsbildung der Nation oder des Staatsvolkes zu leisten? Oder ist sie dort fehl am Platz, wenig mehr als Dekoration und allenfalls Verdienstmöglichkeit für staatsfromme Auftragskünstler? Antworten auf diese Frage fallen sehr unterschiedlich aus. Der Weg zum heutigen Engagement des Deutschen Bundestages für zeitgenössische Kunst war daher von Anfang an von lebhaften Debatten begleitet. Solche Diskussionen sind notwendig und hilfreich, zumal das Parlament in der Pflicht steht, Rechenschaft über die Verwendung von Geldern, eben auch von Geldern für den Aufbau einer Kunstsammlung, abzulegen. Diese Rechenschaftspflicht besteht in besonderem Masse, wenn Haushaltsmittel nicht unmittelbar der Zweckbestimmung der Institution dienen. Zu rechtfertigen ist die Etablierung einer Kunstsammlung im Parlament deshalb zunächst innerhalb der Institution Parlament selbst, also gegenüber der Parlamentsverwaltung, gegenüber parlamentarischen Gremien sowie gegenüber einzelnen Abgeordneten und Abgeordnetengruppen. Eine solche Rechtfertigung wird auch eingefordert von der Öffentlichkeit, von Bürgern wie von Vertretern der Medien, aber auch von der Kunstszene selbst. Im Fokus einer Diskussion hierüber steht dabei auch der Verdacht einer Privilegierung von Abgeordneten und einer Beeinflussung des Kunstmarktes durch eine hierzu nicht berufene politische Institution und damit die Sorge vor einer Vereinnahmung der Kunst durch die Politik. Angesichts dieser Sorge erscheint die These, dass Kunst in einem Parlament Identität zu stiften vermöchte,...

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