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A contre-courant- Gegen den Strom

Résistances souterraines à l'autorité et construction de contrecultures dans les pays germanophones au XXe siècle

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Edited By Cécilia Fernandez and Olivier Hanse

Terres de haute technologie, les pays germanophones sont également célèbres pour leurs phénomènes de réaction contre la modernité et la vivacité de leurs cultures alternatives: scène underground de Berlin, groupes anthroposophiques, etc. Entre le « mouvement de jeunesse », les communautés New Age contemporaines et les bohèmes de RDA, les différences semblent l’emporter. Par son regard transversal, le présent ouvrage révèle pourtant toute une série de liens unissant les différentes formes de resistances souterraines à l’autorité dans les pays germanophones au XX e siècle. Il interroge la tendance propre aux phénomènes contre-culturels à cumuler progressisme et tendances régressives, à privilégier les actions indirectes sur la réalité collective et à abolir la distinction entre vie privée et action politique. Ce livre contient des contributions en français et en allemand. Il résulte d’un colloque international qui s’est tenu à Saint-Etienne les 5-6-7 avril 2012.
Bei aller technischen Fortschrittlichkeit sind die deutschsprachigen Länder ebenfalls für ihren beharrlichen Widerstand gegen die Moderne und die Lebendigkeit ihrer alternativen Kulturen bekannt: man denke an die Berliner Untergrundszene, die Vielzahl anthroposophischer Gruppen u.v.m. Ideologisch wie strategisch scheint dabei zunächst einmal den Wandervogel, zeitgenössische New-Age-Gemeinden und die DDR-Bohème mehr zu trennen als zu einen. Der vorliegende Sammelband deckt allerdings auch eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten zwischen diesen Erscheinungen auf. Er befasst sich insbesondere mit der bei gegenkulturellen Phänomenen häufig zu beobachtenden Tendenz, progressive und regressive Bewegungen miteinander zu verknüpfen, indirekte Aktionsformen gegen die bestehende soziale Ordnung zu bevorzugen und die Unterschiede zwischen Privatleben und politischer Aktion aufzuheben. Das Buch fasst die Ergebnisse einer internationalen Tagung zusammen, die vom 5. bis zum 7. April 2012 in Saint-Etienne stattfand.
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Harald Szeemann und der Monte Verità: Im Medium der Ausstellung zusammenfügen, was in der Realität gescheitert ist: Andreas Schwab

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Harald Szeemann und der Monte Verità

Im Medium der Ausstellung zusammenfügen, was in der Realität gescheitert ist

Andreas SCHWAB

Die im Juli 1978 an fünf Standorten in Ascona eröffnete Ausstellung «Monte Verità – le mammelle della verità / Die Brüste der Wahrheit» fand zu einem wichtigen Zeitpunkt im Leben von Harald Szeemann statt. Als Direktor der Kunsthalle Bern hatte er sich 1969 mit der legendären Ausstellung «When attidudes become form» verabschiedet. 1972 war er als Generalsekretär der Documenta 5 in Kassel auf einem frühen Höhepunkt seiner Karriere. Obschon er immer wieder von Museen angefragt wurde, deren Leitung zu übernehmen, beschloss er willentlich, den Institutionen den Rücken zu kehren. Zu diesem Zweck gründete er nach seinem Weggang von der Berner Kunsthalle die «Agentur für Geistige Gastarbeit», die nur aus ihm selber bestand.1 Ab 1976, zunächst von seinem Wohnsitz in Italien, später von Tegna aus, beschäftigte sich Szeemann mit der Erarbeitung der Ausstellung über den Monte Verità, die auf dem Berg der Wahrheit selber ihren Anfang nehmen sollte. Die Abkehr von den traditionellen Museen – zumindest für die erste Station der Ausstellung – war Teil des gegenkulturellen Konzepts von Harald Szeemann.

1972, während der Vorbereitungen der Documenta 5 in Kassel, hatte Harald Szeemann die Künstlerin Ingeborg Lüscher kennen gelernt. Zu dieser Zeit war er mit der Französin Françoise Bonnefoy verheiratet und hatte mit ← 277 | 278 → ihr...

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