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Musik und Theater in der Schweiz des 19. Jahrhunderts

Das Berner Hôtel de Musique und sein Umfeld

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Edited By Fabian Kolb and Klaus Pietschmann

1766 begründeten einige Mitglieder der Grande Societé de Berne die erste Aktiengesellschaft der Schweiz mit dem Ziel, ein Theater- und Konzerthaus zu errichten – dem bestehenden Theaterverbot zum Trotz. Das rasch fertiggestellte Hôtel de Musique fungierte zunächst als Ball- und Konzertsaal, bevor es ab 1800 zu einem regelmässigen Theaterbetrieb kam. Bis zur Eröffnung des Stadttheaters im Jahr 1903 blieb das Hôtel de Musique das Zentrum des bernischen Musik- und Theaterlebens.
Die Beiträge dieses Bandes beleuchten die Rolle des Hauses vor dem Horizont der Musik- und Theatergeschichte Berns und der Schweiz im 19. Jahrhundert. Im Zentrum stehen dabei Konzertwesen und Musikfestkultur der Aare-Stadt ebenso wie vor allem die dortige Opern- und Theaterpflege, inklusive einer umfassenden Dokumentation des Repertoires sowie sämtlicher Theater-, Opern-, Tanz- und Konzertaktivitäten am Hôtel de Musique Bern.
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„Bern aber kann als Hauptstadt des Landes ohne Theater nicht sein“. Die Theaterlandschaft der Stadt Bern am Ende des 19. Jahrhunderts

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MANFRED VERAGUTH

„Bern aber kann als Hauptstadt des Landes ohne Theater nicht sein“

Die Theaterlandschaft der Stadt Bern am Ende des 19. Jahrhunderts*

Am Ende des 19. Jahrhunderts herrschte in der Stadt Bern eine rege Bautätigkeit, die Bundesstadt machte eine wichtige baugeschichtliche Entwicklung durch. So wurde der Turm des Berner Münsters vollendet (1889–1893)1, das Parlamentsgebäude gebaut (1894–1902)2 und die Kornhausbrücke errichtet (1895–1897)3, um nur drei Beispiele zu nennen. Dazu kam die Elektrifizierung der Stadt, ab 1899 wurden auch die Tramverbindungen auf elektrischen Betrieb umgestellt.4 Wie sah die Theater ← 209 | 210 → landschaft in der Stadt Bern zur Zeit dieser Modernisierungsprozesse und besseren Erschliessung der Aussenquartiere aus? Im Folgenden soll gezeigt werden, welche Theaterformen im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in der Stadt Bern präsent waren.5

Die „verrufenste Schweizerbühne“: Das Stadttheater Bern

In den 1890er-Jahren hatte das Berner Stadttheater6 viele Wechsel zu verzeichnen. Das Zweispartenhaus hatte nicht weniger als fünf verschiedene Direktionen: 1889 bis 1894 führte Julius Nicolini die Direktion, er ver ← 210 | 211 → starb jedoch im Amt. Eine Saison leitete dann die Theaterkommission die Geschicke des Stadttheaters in eigener Regie, die Saison 1895/1896 war Adolf Brakl der Verantwortliche, 1896 bis 1898 Georg Richard Kruse, und die letzten zwei Jahre des alten Stadttheaters, also 1898 bis 1900, war schliesslich Antal Udvary Direktor.7 Das brennendste Thema zu dieser Zeit war jedoch weder die Direktorenfrage noch das Repertoire, sondern vielmehr...

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