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Interkulturelle Literatur in deutscher Sprache

Zehn Autorenporträts

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Edited By Carmine Chiellino and Szilvia Lengl

Von Sprachwechslern im Kontext der Einwanderung und des politischen Exils auf den Weg gebracht, hat die interkulturelle deutschsprachige Literatur im Laufe von mehr als fünf Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht, deren Ausdruckspotential bei weitem noch nicht erschöpft ist. Ihre thematische und ästhetische Vielfalt ist primär auf die Herkunftssprachen und -kulturen sowie existentiellen Erfahrungen der daran beteiligten Sprachwechsler zurückzuführen, die sich auf die deutsche Sprache und Kultur als Werkzeug und Raum ihres Schreibens vorbehaltlos eingelassen haben. In dem vorliegenden Band werden folgende 10 Dichter und Romanciers exemplarisch vorgestellt: Cyrus Atabay, Zsuzsa Bánk, Artur Becker, Franco Biondi, Libuše Moníková, Terézia Mora, José F.A. Oliver, Yoko Tawada, Galsan Tschinag und Aglaja Veteranyi.
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Franco Biondi, der Wegbereiter

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I. Einführungsworte

Der literarische Werdegang von Franco Biondi ist paradigmatisch für die gesamte Entwicklung der interkulturellen Literatur in deutscher Sprache – genauso wie Aras Örens gesamtes Werk in türkischer Sprache exemplarisch für die interkulturelle Literatur in Deutschland anzusehen ist.

Von Beginn an und in aller Deutlichkeit hat Franco Biondi das Prinzip der loyalen Zugehörigkeit zum Leitmotiv seiner schriftstellerischen Tätigkeit bestimmt. Im Lauf von knapp vier Jahrzehnten ist dann das Leitmotiv zum ästhetischen Projekt gereift. Von Werk zu Werk können Biondis Leser erfahren, wie sehr dem Autor daran gelegen ist, Loyalität und Zugehörigkeit im Leben seiner Protagonisten zu überprüfen; sie neu zu entwerfen, um deren Lebensläufe vor irreführenden Erwartungen und Zwängen zu schützen. Von Werk zu Werk können die Leser ebenfalls nachempfinden und mitverfolgen, wie der Schriftsteller die eigene ästhetische Loyalität und Zugehörigkeit überprüft und sich neuen Aufgaben stellt.

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