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Vulgata-Studies Vol. I

Beiträge zum I. Vulgata-Kongress des Vulgata Vereins Chur in Bukarest (2013)

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Edited By Andreas Beriger, Stefan Maria Bolli, Widu-Wolfgang Ehlers, Michael Fieger and Wilhelm Tauwinkl

Der Vulgata Verein Chur, organisierte im November 2013 den ersten Vulgata-Kongress. Dabei wurden philologische Erkenntnisse aus der Übersetzung der Vulgata ins Deutsche und Rumänische zusammengetragen, theologische und andere Hintergründe um die Vulgata und Hieronymus vertieft. Der Austausch ermöglichte eine bessere Arbeit an den lateinischen Texten der Vulgata.
Die vorliegenden Beiträge sind eine Zusammenschau der Vorträge und Workshops in Bukarest.
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Übersetzungstheoretische und übersetzungspraktische Fragen am Beispiel des Corpus Paulinum: Von Christoph Kugelmeier

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Übersetzungstheoretische und übersetzungspraktische Fragen am Beispiel des Corpus Paulinum

VON CHRISTOPH KUGELMEIER

In den unter dem Namen des Apostels Paulus überlieferten Briefen finden sich die ältesten Partien des Neuen Testaments. Viele typische Termini erscheinen in ihrer spezifischen Semantik erst hier, manches sprachliche und stilistische Phänomen erhellt erst im Zusammenhang hellenistischer (und hellenistisch-jüdischer) Sprach- und Sachvorstellungen. So stellt sich bei diesen Texten auf ganz besondere Weise die Frage, wie der lateinische Übersetzer mit der Ausgangssprache zurechtgekommen ist. Einige markante Beispiele wurden gemeinsam besprochen und zugleich das Verfahren des Übersetzers auch mit Hilfe moderner Übersetzungstheorien systematisch analysiert.

Die Frage, ob die deutsche Übersetzung den lateinischen Text formal oder wirkungsäquivalent wiedergeben kann und soll, ist nicht immer leicht zu entscheiden171. Zuweilen liegt ein Problem in der sehr weit gefaßten Semantik gebräuchlicher lateinischer Wörter; vgl. Thess I 4,6 ut ne quis supergrediatur neque circumveniat in negotio fratrem suum <    > „dass keiner eine Übertretung begeht und seinen Bruder in dieser Hinsicht betrügt.“

Schwierigkeiten bereitet hier das Verständnis von negotium. Das lateinische Wort weist (ebenso wie das griechische πρᾶγμα) ein sehr ← 109 | 110 → weites semantisches Feld auf. Die Kombination mit circumvenire „betrügen“ könnte auf die verbreitete Bedeutung „Geschäft“ (im ökonomischen, finanziellen oder auch juristischen Sinne) hinweisen. Allerdings legt der Zusammenhang (im Vorhergehenden ist von fornicatio < πορνεία und passio desiderii < πάθος επιθυμίας die Rede) wohl doch eine sexuelle Konnotation nahe172. Da sowohl das lateinische wie auch das griechische...

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