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Legitimationsmechanismen des Biographischen

Kontexte – Akteure – Techniken – Grenzen

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Edited By Christian Klein and Falko Schnicke

Warum und unter welchen Umständen werden Biographien als sinnhafte und überzeugende Darstellungen anderer Leben anerkannt? Diese Frage nach der Legitimität adressiert ein Kernproblem der Biographik, das ungeachtet seiner fundamentalen Bedeutung bislang in der Biographieforschung nur am Rande reflektiert wurde. Welche Beglaubigungsstrategien werden wann und von wem in welchen Kontexten als gültig akzeptiert? Wer gilt als legitime Biographin, wer als legitimer Biograph und wessen Lebensgeschichte als angemessener Stoff für eine Biographie? Mithilfe welcher Techniken evozieren Biographinnen und Biographen die Glaubwürdigkeit ihrer Darstellung? Der vorliegende Band diskutiert diese und ähnliche Fragen im Rahmen ganz unterschiedlicher Fallstudien und nimmt damit erstmals die Legitimationsmechanismen des Biographischen in den Blick, ihre historischen und kulturellen Kontexte, die Akteure, die Techniken der Legitimation und ihre Grenzen. Er präsentiert die Ergebnisse der internationalen Tagung «Legitimationsmechanismen des Biographischen», die im September 2012 an der Universität Wuppertal stattfand.
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Japanische Biographie im Übergang von der feudalen Ständegesellschaft zur Moderne

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Wolfgang Schamoni

Im Jahr 1960 fand in dem Ort Hakone in Japan eine denkwürdige, oft zitierte Konferenz japanischer und amerikanischer Historiker und Sozialwissenschaftler zum Thema „modernization“ statt. Auf dieser Konferenz sagte der amerikanische Japanologe Edwin O. Reischauer:

In particular we should guard against the assumption that the historical and causal sequence in which the characteristics of modernization first appeared in northwest Europe is somehow the norm. Actually the slow, evolutionary development of the features of modernization in this particular area not only makes it untypical for the world as a whole but makes the analysis of modernization much more difficult there than in other areas where it has developed much more suddenly and as a much clearer break with previous traditions and technology […]. Since modernization is a world-wide phenomenon, its general nature can only be understood through a careful comparison of many local examples.1

Fünfundfünfzig Jahre früher, d. h. im Jahre 1905, schrieb der britische Japanologe Basil Hall Chamberlain, welcher von 1873 bis 1910 in Japan lebte und lehrte, in der Einleitung zu seinem populären Japan-Lexikon:

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