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Legitimationsmechanismen des Biographischen

Kontexte – Akteure – Techniken – Grenzen

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Christian Klein and Falko Schnicke

Warum und unter welchen Umständen werden Biographien als sinnhafte und überzeugende Darstellungen anderer Leben anerkannt? Diese Frage nach der Legitimität adressiert ein Kernproblem der Biographik, das ungeachtet seiner fundamentalen Bedeutung bislang in der Biographieforschung nur am Rande reflektiert wurde. Welche Beglaubigungsstrategien werden wann und von wem in welchen Kontexten als gültig akzeptiert? Wer gilt als legitime Biographin, wer als legitimer Biograph und wessen Lebensgeschichte als angemessener Stoff für eine Biographie? Mithilfe welcher Techniken evozieren Biographinnen und Biographen die Glaubwürdigkeit ihrer Darstellung? Der vorliegende Band diskutiert diese und ähnliche Fragen im Rahmen ganz unterschiedlicher Fallstudien und nimmt damit erstmals die Legitimationsmechanismen des Biographischen in den Blick, ihre historischen und kulturellen Kontexte, die Akteure, die Techniken der Legitimation und ihre Grenzen. Er präsentiert die Ergebnisse der internationalen Tagung «Legitimationsmechanismen des Biographischen», die im September 2012 an der Universität Wuppertal stattfand.
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Legitimationsmechanismen des biografischen Erzählens in Film und Fernsehen

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Knut Hickethier

Die Frage nach der Legitimation des Biografischen stellt sich nicht nur in den verschiedenen Formen des schriftsprachlichen Erzählens und Darstellens, sondern auch in den visuellen und audiovisuellen Formen. Denn der Film und auch verschiedene Programmformen des Fernsehens haben differenzierte Formen des Biografischen entwickelt. Sie wurden lange Zeit in der Biografie-Forschung vernachlässigt. In dem Maße wie die Mediatisierung der Kultur1 in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, werden auch sie neu reflektiert.

Die Legitimation des Biografischen in den Medien stellt sich in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist nach der Legitimation der Biografie als einer Darstellungsform im Film und Fernsehen zu fragen: Zu welchem Zweck gibt es mediale Biografien in den Programmen? Diese Frage ist leicht zu beantworten: So wie von den Bewegtbildmedien alle narrativen und darstellenden Formen der Darstellung von Welt – und damit auch die Biografie –, die sich in anderen Medien gebildet haben, aufgegriffen und adaptiert werden, geschieht dies auch mit der Biografie. Sie erfüllt gerade bei einem auf Aktualität und Gegenwärtigkeit der Angebote angelegtem Medium wie dem Fernsehen eine Form der vertiefenden, diachron angelegten Betrachtung und bezieht oft weit auseinander liegende Ereignisse auf einzelnes menschliches Handeln. Biografisches Fernsehen liefert eine andere Form, eine auf Lebenszusammenhänge einzelner Individuen angelegte Fokussierung von Geschehen als die sachbezogenen Formen. Zum anderen stellt sich die Frage nach den Formen medialer Biografie und der Legitimation ihrer Mittel, um in den audiovisuellen Darstellungen Authentizität des dargestellten Lebens zu erzeugen. Vor allem um...

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