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Streiflichter

Deutsche Literatur und Publizistik zwischen Kaiserreich und sechziger Jahren

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Friedrich Albrecht

In den hier zusammengestellten 17 Aufsätzen zu Literatur und Publizistik spiegeln sich die kritischen Phasen deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert auf vielfältige Weise: der Großmachtchauvinismus des deutschen Kaiserreichs und speziell Wilhelms II., die vier Jahre Völkermord im 1. Weltkrieg, die verratene Revolution von 1918/19, die dem Untergang zutreibende Weimarer Republik, die barbarischen Zustände im Dritten Reich Hitlers und schließlich die Spannungen nach 1945 im Kalten Krieg. Dargestellt werden diese Probleme anhand des Schaffens hoch begabter deutscher Dichter und Publizisten, die heute kaum noch bekannt sind.
Wer erinnert sich noch an den genialen, mit 24 Jahren verstorbenen Dichter Georg Heym, wer an die streitbaren Publizisten Maximilian Harden und Wilhelm Herzog, wer an den mit 25 Jahren im Rhein ertrunkenen Romancier Rudolf Braune, wer an Willi Bredel, dessen Roman über sein Martyrium im KZ Fuhlsbüttel seinerzeit in 17 Sprachen übersetzt wurde? Neue Arbeiten über Anna Seghers beschließen den Band. Die letzte von ihnen ist ein Essay, der unter dem Titel «Anschreiben gegen das Vergessen» ein Grundmotiv ihres gesamten Schaffens verfolgt.
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Zu Franz Fühmanns Erzählung Barlach in Güstrow

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Ich hatte mir zum Thema Franz Fühmanns Erzählung Barlach in Güstrow gewählt, bei der Vorbereitung aber gesehen, dass dazu schon einiges, und ziemlich Gründliches, geschrieben worden ist. Nun wiederholt man Bekanntes nicht gern, und ich habe mir einen anderen Zugang zu diesem Thema gesucht, um Fühmanns Text aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Da fiel mir eine – freilich sehr lange zurückliegende – Begegnung ein. Ich habe von 1952 bis 1956 in Leipzig Germanistik studiert, und 1954 kam ein neuer Student in unser Studienjahr und in unsere Seminargruppe – Uwe Johnson, der vorher an der Universität in Rostock gewesen war. Zwei Jahre lang haben wir uns sehr oft gesehen. Einen engeren Kontakt zwischen uns gab es nicht, er war sehr zurückhaltend und bewegte sich in einem eng begrenzten Freundeskreis, der durch die Johnson-Literatur bekannt ist. Aber zu meiner Erinnerung: Johnson sprach mich einmal auf Barlach an – ich hatte auch einige Jahre in Rostock gelebt und außerdem noch enge Verwandte in Güstrow, kannte die Stadt also. Das Gespräch war wohl nicht sehr ergiebig, Johnson wusste über Barlach viel mehr als ich, aber es ist mir ziemlich deutlich in Erinnerung geblieben – Johnson war ja damals schon ein sehr eigenartiger Mensch, den man so leicht nicht vergisst. Bei Gelegenheit dieser Barlach-Tagung ging ich dem nun nach und traf auf Dinge, die für die Sicht auf die Fühmann-Erzählung ganz interessant waren. Ich will diesen Zusammenhang auf die Formel bringen: Zwei bedeutende Autoren...

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