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Gemeinsamkeit schaffen in der Interaktion

Diskursmarker und Lautelemente in zürichdeutschen Erzählsequenzen

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Fabienne Tissot

Welche Funktionen haben «kleine Wörter» wie Diskursmarker und Lautelemente in der Interaktion? Wo und zu welchem Zweck verwenden sie junge Frauen in Gesprächen untereinander? Die empirische Studie untersucht an einem Korpus von Alltagsgesprächen Deutschschweizer Gymnasiastinnen diese genuin mündlichen Phänomene. Als minim referentielle Objekte befinden sie sich an gesprächsorganisatorisch unklaren Stellen und bewegen sich in Bezug auf ihren Status zwischen Laut, Floskel und grammatikalisiertem Element. Die detaillierte mikroanalytische Untersuchung zeigt, wie damit in Kombination mit interaktionalen und diskursiven Verfahren verstärkt und gezielt Gemeinsamkeit in der Interaktion geschaffen werden kann.
Theoretisch in der Soziolinguistik, methodisch in der Konversationsanalyse und der Interaktionalen Linguistik angesiedelt, findet die Arbeit Anschluss an interaktionale Forschungsrichtungen sowie an die internationale Jugendsprachforschung und zeigt neue Wege für dialektologische Fragestellungen auf.
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3. Korpus

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3.        Korpus

3.1      Datenerhebung

3.2      Sprecherinnen und Gespräche

Wie erwähnt wurden in einem ersten Schritt zwei vergleichbare Freundinnengruppen aus den Regionen Bern 1 (Gruppe Anj) und Zürich (Gruppe Mel) ausgesucht, wobei die Feinanalyse dann ausschliesslich am Zürcher Korpus durchgeführt worden ist. Im Rahmen des Jugendspracheprojektes sind alle Gespräche verschriftlicht37 sowie von allen Gesprächen Gesprächsinventare erstellt worden. Für die vorliegende Arbeit wurden die Gespräche der beiden ausgesuchten Gruppen (Anj und Mel) weiter nach GAT2 transkribiert (Basistranskript; vgl. Selting et al. 2009) sowie die Inventare erweitert bzw. verfeinert. Für eine Präzisierung der Gesprächsinventare wurde der Übersicht von Coates (Coates 1996) über die Struktur von Frauengesprächen im Sinne einer leitenden Struktur gefolgt38. Coates beschreibt die Grundstruktur von Freundinnengesprächen als bestimmt von zwei Komponenten: Erzählung und Diskussion (Coates 1996: 72). In der Regel bestehen Gesprächsthemen aus einer Kombination von Geschichte und Diskussion, wobei sich die Erzählkomponente aus verschiedenen Geschichten der einzelnen Gesprächspartnerinnen zusammensetzen kann. In dieser Arbeit wurde diese Strukturierung primär als Leitfaden für die Erstellung eines detaillierteren Gesprächsinventars verwendet, das wiederum als Grundlage für die genauere Bestimmung des Untersuchungsziels bzw. der Fragestellung diente. Erst nach Bestimmung der genaueren Fragestellung wurden die betreffenden Passagen aus dem Teilkorpus genauer transkribiert (Basis- bzw. Feintranskript). ← 43 | 44 →

Wie beschrieben wurde die Feinanalyse auf das Zürcher Teilkorpus eingeschränkt (Mel). Die Sprecherinnen stammen alle aus Mittelschichtsfamilien...

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