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Schöne Kunst und reiche Tafel: über die Bilder der Speisen in Literatur und Kunst / Belle arti e buona tavola: sul significato delle pietanze nell’arte e nella letteratura

Beiträge der Tagungen Gießen (11./12. Oktober 2014) und Urbino (14./15. Oktober 2014) / Atti dei convegni di Gießen (11/12 ottobre 2014) e Urbino (14/15 ottobre 2014)

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Edited By Sandra Abderhalden, Michael Dallapiazza and Lorenzo Macharis

Dieser Band versammelt Beiträge zweier Tagungen zur Bedeutung von Essen und Trinken in Kunst und Literatur. Im Zentrum stehen Esskulturen und Praktiken vorrangig in der deutschen und italienischen Literatur vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Der mehrsprachige, komparatistisch ausgerichtete Tagungsband spiegelt die Vielfältigkeit des kulinarischen Themas in literarischen und künstlerischen Werken auf umfassende Weise wider.
Questo volume raccoglie i contributi di due conferenze sul significato del cibo e delle bevande nell’arte e nella letteratura. Pietra angolare del libro è il tema delle culture e delle pratiche alimentari, illustrate con particolare attenzione alle letterature italiana e tedesca, dal medioevo ai nostri giorni. Partendo da una prospettiva comparatistica, il volume plurilingue rispecchia in modo esemplare la molteplicità del tema nelle tradizioni dell’arte e della letteratura.
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Esskultur der Frühen Neuzeit: zum Grobianismus

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Abstract: Der vorliegende Beitrag befasst sich mit den grobianischen Tischzuchten, die insbesondere im 16. Jahrhundert ihre Blütezeit erleben. Anders als in der traditionellen Tischzuchtenliteratur werden hier die Rezipienten – die Angehörigen des Bürgertums – zu rohem und unanständigem Benehmen bei Tisch aufgefordert, alle Regeln des Anstands werden missachtet. Bei dieser Form der Tischzucht handelt es sich um eine parodistische Umkehrung der Tischregeln mit dem Zweck, das Publikum zu erheitern und es gleichzeitig zum richtigen Verhalten zu ermahnen. Die grobianischen Dichtungen ermöglichen einen Blick in die Esskultur dieser Zeit – insbesondere in die damals üblichen Tischmanieren und Speisen – und dienen der literarischen Profilierung des Bürgertums: Dies bestätigen die von den traditionellen höfischen Tischzuchten abweichenden Merkmale – u. a. das Auftreten des unflätigen Grobianus, der als Stimme der Bürger, der neuen Protagonisten der Frühen Neuzeit, fungiert.

Keywords: Tischzuchten, Grobianismus, frühbürgerliche Dichtung, Hans Sachs

Die Esskultur einer Gesellschaft umfasst neben der Gesamtheit der Ernährungsgewohnheiten – wie z. B. Speisen, Getränke, Rezepte und Kochtechniken – auch die Tischmanieren: „Eßkultur heißt auch Kultur des Eßverhaltens in konkreten Eßsituationen; es geht um den kultivierten Umgang der essenden Menschen nicht nur mit den Speisen, sondern auch mit den Mit-Essenden.“1

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