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Schöne Kunst und reiche Tafel: über die Bilder der Speisen in Literatur und Kunst / Belle arti e buona tavola: sul significato delle pietanze nell’arte e nella letteratura

Beiträge der Tagungen Gießen (11./12. Oktober 2014) und Urbino (14./15. Oktober 2014) / Atti dei convegni di Gießen (11/12 ottobre 2014) e Urbino (14/15 ottobre 2014)

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Sandra Abderhalden, Michael Dallapiazza and Lorenzo Macharis

Dieser Band versammelt Beiträge zweier Tagungen zur Bedeutung von Essen und Trinken in Kunst und Literatur. Im Zentrum stehen Esskulturen und Praktiken vorrangig in der deutschen und italienischen Literatur vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Der mehrsprachige, komparatistisch ausgerichtete Tagungsband spiegelt die Vielfältigkeit des kulinarischen Themas in literarischen und künstlerischen Werken auf umfassende Weise wider.
Questo volume raccoglie i contributi di due conferenze sul significato del cibo e delle bevande nell’arte e nella letteratura. Pietra angolare del libro è il tema delle culture e delle pratiche alimentari, illustrate con particolare attenzione alle letterature italiana e tedesca, dal medioevo ai nostri giorni. Partendo da una prospettiva comparatistica, il volume plurilingue rispecchia in modo esemplare la molteplicità del tema nelle tradizioni dell’arte e della letteratura.
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Essen, Erinnerung und Vergänglichkeit in Peter Kurzecks Monumentalprojekt Das alte Jahrhundert

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Abstract: In Peter Kurzecks aus bislang fünf Büchern bestehendem Monumentalprojekt Das alte Jahrhundert erweisen sich die Nahrung sowie die Erinnerung an Speisen und Lebensmittel der Vergangenheit als wichtige Ingredienzien des Gedankenfluss des Ich-Erzählers. Mitverantwortlich für die Vielfalt der Welt, kämpft die erzählende Stimme (eine autobiographische Verspiegelung des Autors Kurzeck), gegen die unaufhaltsame Zeit, um die ganze Vergangenheit festzuhalten und erschafft somit präzise und realistisch Bilder des Essens aus der Kindheit und der Jugend. Auch der in der Nachkriegszeit erlebte Hunger wird zum Protagonisten der alltäglichen Gegenwart, zum einen in seinem Fehlen als nötige physische Empfindung die den Menschen zum Essen veranlasst, zum anderen als eine permanente Sorge für die Nahrung, die fehlen könnte. Gleichzeitig werden Lebensmittel, – insbesondere die Madeleineplätzchen in Kurzecks letzten Roman Vorabend –, wegen ihrer Kurzlebigkeit zum Symbol der Vergänglichkeit.

Keywords: Peter Kurzeck, Das alte Jahrhundert, Erinnerung, Hunger, Kindheit, Vergänglichkeit, Madeleineplätzchen

„Er wollte die Zeit auflösen“ erinnert sich kurz nach Peter Kurzecks Tod der Schriftsteller Andreas Maier; „da schreibt jemand um sein Leben, und das ist ein Leben, was jeden aus unserer Generation angeht“ erklärte der Verleger Karl Dietrich Wolff zu Kurzecks Person und Werk.1 Schon zur Lebenszeit wurde der Autor als akribischer Chronist der Nachkriegszeit gefeiert, der mit seiner eigenwilligen Schrift dem Zwang, nichts zu vergessen, folgte; 2011 definierte ihn Elke Schmitter im Spiegel als „Proust der Bundesrepublik“.2

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