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Emotionale Dichte und abstrakte Schönheit

Mela Meierhans’ Vokalwerk 1999–2011

Leslie Leon

Die vorliegende Arbeit stellt einen wichtigen Schritt zur systematischen musikwissenschaftlichen Untersuchung von Werk und Arbeitsweise der Komponistin Mela Meierhans dar, deren Schaffen bisher weder erfasst noch erforscht wurde. Dreiundzwanzig Vokalwerke aus der Zeit zwischen 1999 bis 2011 stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Kombination von Werkanalyse und Zitaten aus zahlreichen Interviews mit der Komponistin selber und verschiedenen Experten ermöglicht einen differenzierten Blick auf das Werk und den biographischen Kontext.
Vielfältige, oft interdisziplinär angelegte Impulse aus Literatur, Bildender Kunst, Film, Tanz und Architektur prägen die Arbeit der international tätigen Künstlerin mit Schweizer Herkunft. Die Verbindung von «emotionaler Dichte und abstrakter Schönheit» stellt ein ästhetisches Ideal der Komponistin dar und beeinflusst Mela Meierhans’ gesamtes kompositorisches Schaffen.
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2. Kompositorisches Schaffen im biographischen Kontext

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Im Fall von Mela Meierhans nun sind die Analogien zwischen Werk und Leben keineswegs vorschnell gezogen. Die Künstlerin selbst hat immer wieder – öffentlich ebenso wie im persönlichen Gespräch – betont, dass besonders ihre Eltern, die Malerin Anna Maria Bürgi14 und der Bratscher und Geiger Kurt Meyerhans15, großen Einfluss auf ihr künstlerisch-musikalisches Schaffen ausgeübt haben. Wie stark sich die eigene Biographie im Werk der Komponistin widerspiegelt, ist unter anderem an der Tatsache zu erkennen, dass Mela Meierhans Texte der Mutter ins eigene Werk integriert, etwa im Ensemble-Stück wer barfuss geht, geht nicht auf rosen.16 Der Vater wiederum war bis zu seinem Tod im September 2011 regelmäßiger Diskussionspartner und Berater in Fragen der Kompositions- und Aufführungsästhetik. Mit seinem Amos-Trio17 beeinflusste er schon in früher Kindheit die musikalischen Hörgewohnheiten Mela Meierhans’, die regelmäßig bei den Konzertproben anwesend war.

Mela Meierhans wird 1961 in Zug in der Schweiz geboren und wächst mit zwei jüngeren Schwestern, Anja18 und Rhea19, in einem stark von den Künstlerpersönlichkeiten der Eltern geprägten Umfeld auf. Der Vater Kurt Meyerhans gehört zu den Pionieren der Schweizer zeitgenössischen Musik-Szene. Er engagiert sich vor allem für die Erstaufführungen verschiedener John-Cage20-Stücke und macht sich als Improvisator und Performer einen Namen. Mela Meierhans’ musikalische Sozialisierung in den sechziger und siebziger Jahren findet vor diesem Hintergrund zwischen zwei sehr gegensätzlichen Polen statt. Denn einerseits wird der Heranwachsenden der...

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